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DL4AI  > IMKER    23.03.97 21:18l 121 Lines 5190 Bytes #999 (999) @ DL
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Subj: Gesund mit Honig
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From: DL4AI @ DB0MAK.#BAY.DEU.EU  (Günter)
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Hallo Imkerfreunde,

im vergangenen Monat hielt eine 
Ernährungswissenschaftlerin einen Vortrag in unserem 
Verein über Honig.
Ich habe einen Bericht darüber geschrieben und will Euch 
den hier nicht vorenthalten.





                  Gesundheit durch Honig
    Ein Vortrag von Ernährungswissenschaftlerin Frank


Man sollte meinen, daß es in unserer Überflußgesellschaft
keine Mangelerscheinungen durch Ernährung gibt.
Es ist deshalb erstaunlich, daß jede vierte Krankheit hier 
ihre Ursache hat. Wir essen zu fett, zu süß, zu salzig
bekommen, weil die Lebensmittel industriell ver- und 
bearbeitet werden, zuwenig Vitamine, Mineral- und 
Ballaststoffe. Auf diesen Umstand wies die 
Ernährungswissenschaftlerin Renate Frank bei einem Vortrag 
vor dem Imkerverein Verden hin. Besonders ging sie auf den 
Haushaltszucker und den Honig ein. Der Haushaltszucker 
wird überwiegend aus Zuckerrüben gewonnen. In einem  
Verfahren werden alle Nichtzuckerbestandteile
der Pflanze entfernt, und es bleibt der Zweifachzucker 
Saccharose. Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe
werden entfernt. Frau Frank erklärte den Zuhörern wie der
Haushaltszucker im menschlichen Körper beschwerlich für 
den Stoffwechsel verarbeitet wird.
Ein anschließend zu hoher Zuckerspiegel im Blut wird in 
Fett umgewandelt und verstärkt außerdem noch das 
Hungergefühl. Für den Abbau des Zuckerspiegels benötigt 
der menschliche Körper Vitamin B1. Wie gesagt, sind im 
Haushaltszucker keine Vitamine enthalten und die 
körpereigenen Reserven  müssen angegriffen werden.
Ganz anders ist es beim Honig, sagte Renate Frank. Honig 
besteht aus Mehrfachzucker. Der Blutzuckerspiegel steigt 
beim Verzehr von Honig langsamer. Zum Abbau wird weniger 
Insulin benötigt. Der Stoffwechsel wird nicht so stark 
belastet.

Dann ging die Ernährungswissenschaftlerin näher auf den 
Honig ein. Honig kann bis zu 30 verschiedene 
Zuckerverbindungen enthalten. Er enthält auch einen 
erheblichen Anteil an Fructose und Glucose. Fructose wird
im Körper insulinunabhängig abgebaut und Glucose wird in 
der Leber zu Glykogen umgewandelt. Glykogen macht die 
Leberzellen widerstandsfähiger und ist eine Energiereserve 
für den Körper. Das im Honig enthaltene Cholin erhöht die 
Zuckerausnutzung und reguliert den Fettstoffwechsel der 
Leber. Eine Entgiftung der Leber wird gefördert. Vitamine 
sind im Honig auch enthalten wie C, B1, B2 und B6, aber 
als Vitaminquelle ist Honig nicht geeignet. In dem Nektar, 
den die Bienen verarbeitet haben sind jedoch viele 
Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium und 
Phosphor sowie die Spurenelemente Eisen, Kupfer, Mangan 
und Chrom. Frau Renate Frank wies auf die Bedeutung dieser 
Mineralstoffe für den menschlichen Körper hin. Durch den 
hohen Kaliumgehalt wird die Darmmuskulatur angeregt und 
die Verdauung wird gefördert. Magnesium ist für die Muskel 
und Nervenfunktionen und für die Blutdruckregulierung 
notwendig.

Der süße Stoff enthält Aminosäuren, eine davon ist Prolin,
das die Bildung des roten Blutfarbstoffes unterstützt. 
Auch die Schilddrüsenhormone werden durch Stoffe im Honig 
gebildet. Renate Frank berichtete ebenfalls, daß im Honig 
Acetylcholin gefunden wurde. In der Medizin wird dieser 
Stoff als Herzmedikament eingesetzt. Hierdurch werden die 
Herzkranzgefäße erweitert, Durchblutungsstörungen 
gebessert, Herzrhythmusstörungen, Entzündungen des 
Herzmuskels und Bluthochdruck günstig beeinflußt. Honig 
ist natürlich kein Ersatz für Medikamente, es wurde jedoch 
in wissentschaftlichen Untersuchungen festgestellt, daß 
die günstige Wirkung des Acetylcholins auch bei dem 
Verzehr von Honig am Herzen ankommt.

Weiter wußte sie von dem Wundermittel zu berichten, daß
im Honig bakterientötende Stoffe, die Inhibine enthalten 
sind. Bei Erkältungskrankheiten tut ein warmes Glas Milch 
mit Honig, es kann auch Tee mit Honig sein, gut. Dieses 
hat eine lindernde Wirkung bei Infektionen der oberen 
Luftwege. Früher wurde Honig zur Wundbehandlung 
eingesetzt.

Honig ist also noch ein Stoff, der naturbelassen  und 
reich an natürlichen Wirkstoffen ist. Er ist ein wichtiges 
Lebensmittel für die tägliche gesunde Vollwerternährung.
Ahornsirup, Apfel- und Birnendicksft bestehen zu über 90%
aus Saccharose und beim Eindicken gehen viele wertvolle 
Stoffe verloren. Honig ist daher die einzige Alternative
zu Zucker.

Die Einsatzmöglichkeiten in der Küche sind groß. Da Honig 
auch hitzeunempfindliche Stoffe enthält, kann man mit dem
süßen Saft auch kochen und braten. Besser ist es natürlich 
die Speisen erst nach dem Kochen mit dem Bienenprodukt 
abzurunden.

"Durch eine gesunde Ernährung wird das Immunsystem 
gestärkt und gerade im Honig sind viele Stoffe enthalten,
die auf den menschlichen Körper eine wohltuende Wirkung 
ausüben" war der rote Faden des Vortrages der 
Ernährungswissenschaftlerin, die im Anschluß an ihren 
Vortrag auch noch viele Fragen der Zuhörer beantwortete.


17. 2. 19997                         Günter Bodenstab


Wer bei meinem Gedicht in dem Bericht "Wachs" ins Grübeln 
gekommen ist, soll wissen, daß die zweite Zeile richtig 
heißt   ......die meinen Winter hellt: .....

Beste Grüße von                    Günter DL4AI



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