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DL5QT > IMKER 05.11.96 14:27l 55 Lines 3016 Bytes #999 (999) @ DL
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Subj: Wachsaufbereitung
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de DL5QT @ DB0EA.#NRW.DEU.EU (Dieter)
to IMKER @ DL
Liebe funkende Imker und imkernde Amateurfunker,
Edi aus Köln DK8FI hat am 23.10.96 in der Rubrik Imker unter dem Titel
"Sauberer Wachs" eine Mail geschrieben. Hierzu möchte ich gerne meine
Meinung sagen.
Mit Salzsäure und kochendem Wachs, das sollte man nicht laut sagen.
Die Unfallgefahr ist nach meiner Meinung einfach zu groß.
Zudem ist Salzsäure auch unverdünnt für Bienenwachs nicht besonders gut.
Aber dazu später mehr.
Seit etwa 10 bis 12 Jahr gieße ich meine Waben selbst. Daher habe ich
schon etwas Erfahrung in der Aufbereitung von Altwachs.
Grundsätzlich verwahre ich über den Winter keine Altwaben. Bei mir wird
im Juni/August der gesamte Wabenbestand in den Völker auf ältere Waben
hin kontrolliert. Und in der Regel müssen bei mir die Völker etwa 40% der
Waben jedes Jahr erneuern. Alle älteren Waben, die braun geworden sind,
werden rigoros aus den Völker genommen und in den Sommermonate
in einer Sonnenwachsschmelze geingegeschmolzen.
Im Herbst wird der Rest der Altwaben in einer elektrischen
Wachsschmelze eingeschmolzen. Wobei der geschmolzende Wachs aus der
Sonnenwachsschmelze goldgelb ist und der Wachs aus der elektrischen
Wachsschmelze in der Regel braun ist. Beiderlei Wachs wird dann
in einem V2a-Stahltopf, der etwa zu 15% mit Wasser gefüllt ist, gelegt.
Den V2A-Stahltopf stelle ich dann in einem Einkochtopf bei dem die Temperatur
eingestellt werden kann. Das Wachs wird dann langsam geschmolzen und ich
es dann sehr langsam, in einem Zeitraum von zwei Tagen abkühlen. Durch landsame
Abkühlen wird der Wachs goldgelb und ich brauche deshalb keine Säure
zum bleichen des Wachses. Im übrigen wird zum Bleichen von Wachs Schwefelsäure
genommen und nicht Salzsäure. Nach dem Abkühlen und Erkalten des Wachses
hat sich der noch vorhanden Schmutz am Boden des Wachses
abgesetzt und kann nun entfernt werden.
In den früheren Jahren, als die Imker noch keine Wachsschmelze hatten, wurde
die Altwaben bzw. der Altwachs ind einem groben Leinensack gelegt,
dieser Leinensack kam in einem großen Kochtopf gelegt mit Steine beschwert.
Im mit Wasser gefüllten Kochtopfwurde der Wachs aufgekocht.
Das geschmolzende Wachs setzte sich an der Oberfläche des kochenden Wassers ab.
Der Schmutz der Altwaben etc. blieb im Leinensack.
Nach dem Erkalten des Wasser bzw. des Wachses wurde der verbliebende
Schmutzes vom Boden des Wachsblockes entfernt. Der Wachsblock wurde dann
nochmals wie schon beschrieben aufgekocht und langsam erkalten lassen.
Dieser Wachs war dann goldgelb und sauber und so ein Wachsblock war der Stolz
eines jeden Imkers.
Das Abkochen des Altwachsen mit dem Leinensack, ist mit sehr viel Arbeit und
Schmutz verbunden, deshalb habe ich mir einen Dampf-Wachsschmelze gekauft.
Sollte ein Imkerkollege Fragen zu meiner Art der Wachsaufbereitung haben,
so bin ich gerne bereit eine Hilfestellung zu geben.
Ich wünsche allen imkernden Amateurfunker und funkenden Imker beim
gemeinsamen Hobby viel Freude.
Vy 73 es 55
awdh
de
Dieter
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