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DK8FI  > IMKER    04.11.96 15:56l 92 Lines 5215 Bytes #999 (999) @ DL
BID : 4B6DB0MAK003
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Subj: NOVEMBER
Path: DB0MAK
Sent: 961104/1330z @:DB0MAK.#BAY.DEU.EU [Marktredwitz, JO60BA] BCM1.38
From: DK8FI @ DB0MAK.#BAY.DEU.EU  (Edi)
To  : IMKER @ DL
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                           N O V E M B E R
                           ÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ
Der  November wird häufig der dunkle Monat genannt. Die Besinnung auf
Schuld, Tod und das Ende der Zeit wird durch die vielen trüben Regen-
tage  im  November angeregt. Eine Zeit in der der Mensch gerne in der
warmen  Stube sitzt und Ruhe haben möchte. Diese Ruhe ist wichtig zum
Schöpfen  neuer  Kraft.  Ein Abstand von der aufwendigen Tätigkeit an
den Bienen führt zu neuer Lust und Freude an der Imkerei.
Die  Bienen  machen  jetzt  nur  noch selten Ausflüge. Die Stockwaage
zeigt  schon  seit  Wochen keine Veränderung mehr. Der Bien hat seine
Winterruhe begonnen.
Für den Imker bedeutet dies: Zeit des Nachdenkens - Zeit des Vorraus-
denkens. Habe ich wirklich alles getan, um die Völker optimal auf das
nächste  jahr  vorbereitet  zu  haben? Wenn wir diese Frage mit einem
"JA"  beantworten  können,  so könnten wir in Ruhe dem Winter und dem
Frühjahr entgegensehen, wäre dieser Hinweis in einem Deutschen Imker-
kalender  von  vor  zehn Jahren geschrieben worden. Heute aber müssen
wir den Bienen noch eine große Störung zumuten: die Varroabehandlung.
(Anm.d.Red.: Nicht bei biologischer Behandlung, nur bei Anwendung von
Medikamenten.)
Der  Parasit aus dem fernen Osten macht unseren Bienen sehr zu schaf-
fen.  Greift der Imker nicht ein, so haben die Bienenvölker kaum eine
Chance  des Überlebens. Eine Behandlung der Bienen gegen diesen Para-
siten ist daher unumgänglich.. Allerdings dürfen nur zugelassene Mit-
tel  angewendet  werden.  Experimente sollten Fachleute mit einem gut
ausgerüsteten Labor durchführen.
Wenn auch viele Imker Spaß am Experimentieren haben, so darf es nicht
sein, daß Mittel verwendet werden, die dem Lebensmittel "Honig" scha-
den.
Manche möchten die "Chemie" nicht in den Bienenvölkern haben und ver-
gessen  dabei auch nicht, daß auch sogenannte natürliche Mittel "Che-
mie"  sind, deren Nebenwirkungen meistens nicht bekannt sind. Bei den
zugelassenen  Mitteln ist der Imker aus der Verantwortung für die Ne-
benwirkungen entlassen, wenn er die Mittel vorschriftsmäßig anwendet.

Die Bekämpfung der Varroa sollte zusätzlich vorwiegend im Spätherbst/
Frühwinter  mit  einem systematischen Mittel erfolgen. Bei brutfreien
Völkern  in  der sich bildenden Winterkugel ist der Behandlungserfolg
so gut, daß kein Volk durch die Varroabelastung verloren geht.

Wenn  die  Tracht zu Ende geht, werden kräftige Ableger gebildet. Die
Königinnenzucht  muß zeitlich so vorgeschaltet sein, daß zur Ableger-
bildung  genügend  begattete  Königinnen  zur Verfügung stehen. Jeder
nackte  Kunstschwarm wird mit einem zugelassenen Räucherstreifen var-
roafrei  gemacht.  Rückstände des Mittels können dadurch nicht in den
Wabenbau  gelangen. Dieser behandelte Kunstschwarm wird auf helle, im
Honigraum ausgebaute Mittelwände geschlagen und einmal mit fünf Liter
Flüssigkeit 1:1 gestartet.
Die  Altvölker tragen in dieser Zeit noch eine beachtliche Ernte ein,
bevor  sie ohne Wabenbau, varroabehandelt mit den Jungvölkern verein-
igt werden.
Die  Brut der Altvölker wird mit einer alten Königin zu einem Sammel-
brutableger  vereinigt. Dieses Volk wird nach je sieben Tagen mit ei-
nem  zugelassenen Räucherstreifen viermal behandelt. Die Varroen sind
dadurch  auf  ein Maß reduziert, welches ein Überleben der Bienen mit
dem  Parasiten ermöglicht. Die Waben dieses Sammelbrutablegers werden
gekennzeichnet und im Frühjahr ausgesondert.
Diese  Methode  schafft eine Brutpause im Sommer und läßt nur ein we-
sentlich  langsameres  Ansteigen  der Varroa-Population erwarten. Auf
diese  Weise  werden die Varroen natürlich reduziert und eine medika-
mentöse  Behandlung kann für dieses Volk und dessen Bau umgangen wer-
den.
Wenn  die Darstellung der Volkerneuerung mit gleichzeitiger Varroare-
duzierung  in diesem Jahr auch nicht mehr ausprobiert werden kann, so
kann  doch  das  Prinzip  in die Überlegung der Völkerführung für das
nächste  Jahr  einbezogen  werden.  Denn aus der Kombination zwischen
Rückbesinnung und Vorausplanung lebt der moderne Imker.


Literaturquelle: Deutscher Imkerkalender

Ab dem Beginn des neuen Bienenjahres habe ich Euch diesen Text monat-
lich  aus  dem Imkerkalender übertragen. Der Text wurde nicht von mir
verfaßt  und gibt daher nicht immer meine Meinung wieder. Bei krassen
Gegensätzen  in  der  Meinung habe ich Anmerkungen eingefügt. Wie ich
weiß, imkert die Mehrzahl meiner Freunde hier mit biologischer Bekäm-
pfung  der  Varroatose, sodaß obiger Text an vielen Stellen nicht zu-
trifft.  Als  wichtige Arbeit für diesen Monat ist aus eigener Erfah-
rung  eine nochmalige Kontrolle aller gelagerten ausgebauten Rähmchen
auf  Wachsmottenbefall  durchzuführen.  Ich habe grade gestern so ein
Wachsmottenbrutnest entdeckt und vernichtet.

Ich  habe  lange  nichts mehr von Euch gehört. Seid Ihr alle schon in
der Winterkugel? HI....

     ÉÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍ»
     º Û²±°  Viele Grüße von    E d i    aus  K o e l n    °±²Û º
     º Û²±°   DK8FI @ DB0NDK             QRG  430.675 MHz  °±²Û º
     º Û²±°       04.11.1996             14:00 MEZ         °±²Û º
     ÈÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍͼ


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