OpenBCM V1.13 (Linux)

Packet Radio Mailbox

DB0FHN

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DL1RNQ > AX25     17.11.94 23:47l 404 Lines 19175 Bytes #-11639 (0) @ DL
BID : 16B402DB0BRB
Read: DG8MGW DG4GO DK9OS DF8TS DG2GML DL1MAZ DG5MJS DK1DH DG8GAD DL3MDI DG6MAY
Read: DL8MAQ DL8MAS DG2MJT DG2MJM DL1MFG DJ8IB DG2MNF DK1MBY DH1NFJ GUEST
Read: DJ2RT DK2ZO
Subj: AX25 Beschreibung 1/5
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      DB0JES<DB0BRB
Sent: 941116/1248z @DB0BRB.#BRB.DEU.EU [Brandenburg,TheBox1.9a:DL1RNQ]
de DL1RNQ @ DB0BRB.#BRB.DEU.EU

to AX25 @ DL

             AX.25 Link-Layer Protokoll Spezifikation

         A    X   X      222   55555  L       222   V   V   222
        A A   X   X     2   2  5      L      2   2  V   V  2   2
       A   A   X X          2  5      L          2  V   V      2
       AAAAA    X          2    555   L         2   V   V     2
       A   A   X X        2        5  L        2    V   V    2
       A   A  X   X      2     5   5  L       2      V V    2
       A   A  X   X  O  22222   555   LLLLL  22222    V    22222

      AX.25 AMATEUR PACKET-RADIO LINK-LAYER PROTOKOLL VERSION 2.0


      Uebersetzt und bearbeitet von DK8HI als Beilage zum PRIMUS-
      Handbuch.              (c) fuer die Uebersetzung HPRG 1986.

AX.25 Link-Layer Protokoll Spezifikation
========================================

Vorwort

Diese Beschreibung  bezieht  sich  auf  das  AX.25  Level  2  Version  2
Protokoll des Amateurfunkdienstes /1/. Ein Protokoll ist  ein  Satz  von
Regeln,  die  den  zuverlaessigen  Transport  von  Daten  zwischen  zwei
Punkten sicherstellen sollen.

Die Bezeichnung AX.25  fuer  dieses   Protokoll  bedeutet  Amateur-X.25,
d.h. es basiert auf dem CCITT X.25 Protokoll  /2/  und  wurde  fuer  die
spezielle Umgebung des Amateurfunkdienstes angepasst und erweitert.

Level 2 (Ebene 2) kennzeichnet die Schicht des ISO 7-Schichten  Modells,
die das Verfahren zum Austausch von Nachrichten zwischen zwei  Stationen
beschreibt (Link-Layer). Der Vollstaendigkeit  halber  wurde  hier  auch
die Beschreibung der Ebene  1  (physical  Layer)  mit  aufgenommen.  Die
Beschreibung der Ebene  1  legt  die  physikalischen,  elektrischen  und
verfahrensmaessigen Eigenschaften fest, um die physikalische  Verbindung
zwischen zwei Stationen herzustellen, zu erhalten und  wiederaufzuheben.
Dazu  gehoeren   im   Fall   des   Amateurfunks   die   Sendefrequenzen,
Modulationsarten und AFSK-Toene.

Die  Version  2  dieses  Protokolls  enthaelt  gegenueber  der  aelteren
Version  eine  genauere  Definition  der  Kommando-/Antwortstruktur  und
die Moeglichkeit, die Rufzeichen von bis zu 8 Digipeatern (von  Digital-
Repeater) im Adressfeld anzugeben. (Die Originalfirmware des  TAPR-TNC-1
verwendet die Version 1, kann aber trotzdem schon 8 Digipeaterrufzeichen
verarbeiten.)

1.  Bedingungen fuer die Verbindung der Ebene 1

Als Modulationsverfahren wird, unabhaengig von der Modulationsart,  NRZI
verwendet (zumindest bei Uebertragungsgeschwindigkeiten  bis  1200  Bd).
Dabei wird ein zu uebertagenes 0-Bit als ein Wechsel zwischen  den  Ton-
oder Sendefrequenzen, ein 1-Bit als kein  Wechsel  uebertragen.  Demnach
ist es nicht sinnvoll  von  Mark-  oder  Spacetoenen  zu  sprechen.  Die
Aussendung kann ebensogut mit dem hoeheren, als auch mit dem niedrigeren
Ton beginnen.

1.1 Frequenzen oberhalb von 144 MHz

In   diesem   Frequenzbereich   werden   z.Zt.   fast    ausschliesslich
FM-Funkgeraete mit einem Kanalabstand  von  25  kHz  verwendet.  In  der
Modulationsart F2B werden die  Daten  mit  1200  Baud  uebertragen.  Die
AFSK-Toene entsprechen denen der Bell-202-Norm mit  1200  und  2200  Hz.
Auf Frequenzen oberhalb des 2-Meter-Bandes ist  es  geplant,  die  Daten
auch mit hoeheren Geschwindigkeiten (9600 Bd, 56 oder  64  kBd)  in  der
Modulationsart F1B zu uebertragen.

1.2 Frequenzen unterhalb von 30 MHz

Fuer Verbindungen auf Kurzwelle wird die Modulationsart  F1B  mit  einem
Frequenzhub von 200 Hz und einer Geschwindigkeit von 300  Bd  verwendet.
Um den Einfluss von Stoerungen klein  zu  halten,  wird  zudem  oft  die
Laenge des Informationsfeldes auf 64 Bytes oder weniger begrenzt.

2.  AX.25 Link-Layer Protokoll Spezifikation

2.1 Rahmen und Anwendungbereich

Das AX.25 Link-Layer Protokoll wurde entworfen, um einen  zuverlaessigen
Transport von Daten zwischen zwei  sendenden  Endpunkten  zu  erreichen,
unabhaengig von anderen Protokollebenen, die  evtl.  implementiert  sein
koennten, insbesondere  unabhaengig  von  den  verschiedenen  Typen  von
Kommunikationsverbindungen der Ebene 1. So wie es  definiert  ist,  kann
dieses Protokoll ebenso gut  in  Halb-  wie  Vollduplexverbindungen  des
Amateurfunks arbeiten und ebenso gut  zwischen  zwei  einzelnen  Amateur
Packet-Radio  Stationen  oder  einer   einzelnen   Station   und   einem
Multiport-Controller.

Dieses  Protokoll   entspricht   den   ISO   Empfehlungen   3309,   4335
(einschliesslich DAD 1 und 2) und  6256  High-level  Data  Link  Control
(HDLC) und benutzt  einiges  aus  der  in  diesen  Dokumenten  benutzten
Terminologie. Es entspricht ebenso ANSI X3.66, welches  ADCCP,  balanced
mode, beschreibt.

Dieses Protokoll haelt sich  an  die  CCITT  X.25  Empfehlung,  mit  der
Ausnahme   eines   erweiterten   Adressfeldes   und   des    zusaetzlich
aufgenommenen unnumerierten Informations- (UI) Blocks. Es  folgt  ebenso
den Prinzipien  der  CCITT  Empfehlung  Q.921  (LAPD)  im  Gebrauch  von
mehreren Verbindungen, die sich,  unterschieden  durch  das  Adressfeld,
einen einzigen, mehrfach verwendeten Uebertragungskanal teilen.

Dieses Protokoll ermoeglicht mehr als  eine  Link-Layer  Verbindung  pro
Geraet, falls das Geraet dafuer ausgelegt ist.

Dieses   Protokoll   verhindert    keine    Selbst-Verbindungen.    Eine
Selbst-Verbindung  erhaelt  man,  wenn  ein   Geraet   eine   Verbindung
aufbaut, mit der eigenen Adresse sowohl  fuer  den  Absender,  als  auch
fuer den Empfaenger des Datenuebertragungsblocks.

Die meisten Link-Layer Protokolle nehmen an, dass  ein  primaeres  (oder
Meister-) Geraet (normalerweise DUeE oder  Datenuebertragungseinrichtung
genannt, im Englischen  DCE,  data  circuit-terminating  equipment)  mit
einem oder mehreren sekundaeren  Geraeten  (DEE,  Datenendeinrichtungen,
DTE data terminating equipment) verbunden ist. Diese Art  des  Betriebes
mit nicht gleichberechtigten Stationen ist im Amateurfunk unvorteilhaft.
Demgegenueber wird im AX.25-Protokoll angenommen, dass beide  Enden  der
Verbindung   gleichberechtigt   sind.   Dadurch   entfallen   die   zwei
verschiedenen  Klassen  der  Geraete.  In  dieser  Protokollbeschreibung
wird der Ausdruck DXE (Datenschalteinrichtung, data switching equipment)
gebraucht, um die gleichberechtigten Arten von Geraeten zu  beschreiben,
die man im Amateur-Packet-Radio findet.

2.2 Aufbau des Datenuebertragungsblocks

Link-Layer       Packet-Radio       Uebertragungen       werden       in
Datenuebertragungsblocks  (DUe-Blocks,  englisch  frames)   ausgesendet.
Jeder Block besteht aus  mehreren  kleineren  Gruppen,  Felder  genannt.
Abb. 1 zeigt den Aufbau der drei grundlegenden  Typen  von  Blocks.  Man
beachte, dass hier das zuerst uebertragene Bit links steht.

  zuerst uebertragenes Bit
  |
------------------------------------------------------------
|   Flag   |    Adresse     | Control |   FCS   |   Flag   |
|----------------------------------------------------------|
| 01111110 | 112...560 Bits | 8  Bits | 16 Bits | 01111110 |
------------------------------------------------------------
             Abb. 1A - Aufbau von U und S Blocks

  zuerst uebertragenes Bit
  |
-------------------------------------------------------------------------------
|   Flag   |    Adresse     | Control|  PID   | Info.    |   FCS   |   Flag   |
|-----------------------------------------------------------------------------|
| 01111110 | 112...560 Bits | 8 Bits | 8 Bits | N*8 Bits | 16 Bits | 01111110 |
-------------------------------------------------------------------------------
             Abb. 1B - Aufbau von Informationsblocks

Sowohl in /1/ als auch in /2/ werden die Gruppen von 8 Bits  als  Oktett
(engl.: octet) bezeichnet, um anzudeuten, dass HDLC als  bitorientiertes
Uebertragungsverfahren unabhaengig von einer Bytestruktur ist. In dieser
Uebersetzung wurde trotzdem das Wort "Byte"  verwendet,  weil  im  AX.25
zunaechst nur die Uebertragung von Datenbytes vorgesehen ist. Im Prinzip
ist jedoch auch im AX.25 die Uebertragung von Daten moeglich, die  nicht
als  8-bit-Bytes  vorliegen.  In  diesem  Fall  werden  die  Bits   ohne
Beachtung der Bytegrenzen in  die  I-Felder  eingetragen  und  auf  eine
durch 8 teilbare Anzahl aufgefuellt (siehe die  Forderung  im  naechsten
Absatz).

Jedes Feld besteht aus einer ganzen Zahl von Bytes und erfuellt  die  im
Folgenden beschriebenen Funtionen.

2.2.1 Blockbegrenzung (Flag)

Das Blockbegrenzungszeichen (Flag) ist ein Byte lang  und  erscheint  am
Anfang und am Ende eines Blocks. Ein einzelnes  Flag  kann  gleichzeitig
das  Ende  des  vorhergehenden  und  den  Anfang  des  folgenden  Blocks
markieren. Ein Flag besteht aus einer Null, gefolgt  von  sechs  Einsen,
gefolgt von einer weiteren Null (01111110 = 7E hex). Um  zu  verhindern,
dass diese Folge irgendwo innerhalb  eines  Blocks  auftritt,  verwendet
man das sogenannte Bit-Stuffing (siehe 2.2.6).

2.2.2 Adress-Feld

Das Adress-Feld wird verwendet, um sowohl  den  Absender  als  auch  den
Empfaenger  des  Blocks  zu  kennzeichnen.  Zusaetzlich   enthaelt   das
Adress-Feld die Kommando/Antwort-Informationen sowie  die  Angaben  fuer
den Betrieb ueber Level-2-Digipeater.

Die Kodierung des Adressfeldes wird in 2.2.13 genauer beschrieben.

2.2.3 Kontrollfeld

Das Kontrollfeld (Steuerfeld)  wird  benutzt,  um  den  Typ  des  gerade
uebertragenen Blocks anzuzeigen und um den Status der Level-2-Verbindung
zu kontrollieren. Es ist ein Byte lang,  und  seine  Kodierung  wird  in
2.3.2.1 besprochen.

2.2.4 PID-Feld

Das Protokoll-Identifier-(PID-)Feld soll nur  in  Informationsblocks  (I
und UI) erscheinen. Es bestimmt, welche Art von Layer-3-Protokoll,  wenn
ueberhaupt, benutzt wird.

Das PID-Feld zaehlt bei der Laenge des  Informations-Feldes  nicht  mit.
Es ist wie folgt kodiert:

    M      L  (Das LSB ist das zuerst uebertragene Bit)
    S      S
    B      B
    yy01yyyy  AX.25 Layer 3 implementiert.
    yy10yyyy  AX.25 Layer 3 implementiert.
    11001100  Internet Protokoll Datagramm Layer 3 implementiert.
    11001101  Adress Resolution Protokoll Layer 3 implementiert.
    11001111  NET/ROM Protokoll Layer 3/4 implementiert.
    11110000  Kein Layer 3 implementiert.
    11111111  Fluchtsymbol, das naechste Byte enthaelt weitere  Layer  3
              Protokoll Informationen.

    Wobei y entweder 0 oder 1 sein kann.

    Anmerkung:

Alle nicht oben aufgelisteten Formen yy00yyyy  und  yy11yyyy  sind  fuer
zukuenftige Layer 3 Protokolle reserviert.  Die  Zuordnug  dieser  Kodes
ist Sache einer  Uebereinkunft  der  Funkamateure.  Es  wird  empfohlen,
dass die Entwickler von Layer-3-Protokollen sich mit  dem  ARRL  Ad  Hoc
Committee on Digital Communications  wegen  vorgeschlagener  Kodierungen
in Verbindung setzen.

2.2.5 Informations-Feld

Das Informations-(I-)Feld  wird  benutzt,  um  Benutzerdaten  von  einem
Ende der Verbindung zum anderen zu uebertragen.  I-Felder  sind  nur  in
drei Typen von Frames zulaessig:  dem  I-Frame,  dem  UI-Frame  und  dem
FRMR-Frame. Das I-Feld darf maximal 256 Bytes lang sein und  muss  immer
eine ganze Zahl von Bytes enthalten. Diese Einschraenkungen treffen  zu,
bevor die  in  2.2.6  beschriebenen  Null-Bits  eingefuegt  werden.  Die
I-Felder sollen ohne jede Veraenderung entlang  der  Uebertragunsstrecke
transportiert werden, mit der Ausnahme, dass die in 2.2.6  beschriebenen
Null-Bits eingefuegt werden, die noetig  sind,  damit  keine  Flag-Bytes
innerhalb des Frames auftreten.

Das  Informationsfeld  der  I-  oder  der  UI-Blocks  enthaelt  die   zu
uebertragenden Pakete. Ohne eine hoehere  Protokollschicht  sind  dieses
die Textpakete, die  von  einer  Station  zur  anderen  gesendet  werden
sollen. Anderenfalls sind es die verschiedenen  Typen  von  Paketen  der
hoeheren Protokollschichten.

2.2.6 Bit-Stuffing

Um  sicherzustellen,  dass  die  Bitfolge  eines   Flag-Bytes   nirgends
innerhalb eines Blocks auftritt, soll  die  sendende  Station  innerhalb
eines Blocks nach jeweils 5 aufeinanderfolgenden Eins-Bits ein  Null-Bit
einfuegen. Die empfangende Station soll jedes Null-Bit, dass nach  einer
Folge von genau 5 aufeinanderfolgenden Eins-Bits  auftritt,  wieder  aus
dem Datenstrom entfernen.

2.2.7 Blockpruefzeichenfolge

Die  Blockpruefzeichenfolge  (Frame-Check  Sequence,   FCS)   ist   eine
sechzehn bit lange Zahl,  die  vom  Sender  und  Empfaenger  des  Blocks
berechnet wird. Sie soll sicherstellen, dass der Block auf dem  Weg  vom
Sender zum Empfaenger nicht durch  das  Uebertragungsmedium  verfaelscht
wurde. Sie soll in Uebereinstimmung mit der ISO Empfehlung  3309  (HDLC)
berechnet werden.

2.2.8 Uebertragunsreihenfolge der Bits

Mit Ausnahme des FCS-Feldes sollen alle Felder  eines  AX.25-Blocks  mit
dem niedrigwertigsten Bit der Bytes zuerst ausgestrahlt werden. Die  FCS
soll mit dem hoechstwertigsten Bit zuerst ausgestrahlt werden.

2.2.9 Ungueltige Blocks

Jeder aus weniger als 136 Bits (exklusive der Flags  am  Anfang  und  am
Ende)  bestehende,  oder  nicht  aus  einer  ganzen  Anzahl  von   Bytes
bestehende  Block  soll  von  dem  Link-Layer  als   ungueltiger   Block
angesehen werden. Siehe dazu auch 2.4.4.4.

2.2.10 Block-Abbruch

Wenn die Aussendung eines  Blocks  vorzeitig  abgebrochen  werden  muss,
sollen mindestens 15 aufeinanderfolgende Eins-Bits,  ohne  Bit-Stuffing,
gesendet werden.

2.2.11 Fuellzeichen zwischen Blocks

Wann immer es fuer eine DXE noetig  ist,  den  Sender  eingeschaltet  zu
lassen, ohne einen Block auszusenden, soll die Zeit zwischen den  Blocks
mit aufeinanderfolgenden Flags gefuellt werden. (Auch in der  Zeit  nach
dem Hochtasten des Senders bis zur Aussendung des ersten  Blocks  sollen
aufeinanderfolgende Flags gesendet werden.)

2.2.12 Zustaende am Uebermittlungsabschnitt

Im Amateur Packet-Radio findet man vor allem Halbduplexverbindungen  mit
mehrfacher  Ausnutzung  des  Uebertragungskanals.   Die   Zustaende   am
Uebermittlungsabschnitt lassen sich deshalb  nicht  so  klar  definieren
wie im X.25 Protokoll. Im Originaltext  der  AX.25-Definition  steht  an
dieser Stelle deshalb nur ein kurzes "nicht anwendbar".

2.2.13 Kodierung des Adressfeldes

Im Adressfeld eines Blocks sollen sowohl das Rufzeichen des  Empfaengers
als auch das des Absenders dieses Blocks enthalten  sein.  Mit  Ausnahme
des Zweitstations-ID (Secondary  Station  Identifier,  SSID),  soll  das
Adressfeld nur aus Grossbuchstaben und Ziffern des ASCII-Codes bestehen.
Falls Level-2-Digipeater benutzt werden, sollen auch ihre Rufzeichen mit
im Adressfeld enthalten sein.

AX.25 verwendet das erweiterte Adressfeld nach  DIN  66221.  Dabei  kann
das  HDLC  Adressfeld  eine  beliebige  Anzahl  Bytes  lang  sein.   Das
niedrig-wertigste  Bit  eines  Adress-Bytes  wird  als   Erweiterungsbit
verwendet. Ist dieses Bit Null, so folgt ein  weiteres  Adressbyte,  ist
es Eins, so kennzeichnet es das  letzte  Byte  im  Adressfeld.  Um  fuer
dieses Erweiterungsbit Platz zu schaffen, wird  das  Rufzeichen  um  ein
Bit nach links verschoben.  (Im  AX.25  ist  die  Anzahl  der  Bytes  im
Adressfeld immer durch 7 teilbar. Das kuerzeste Adressfeld  besteht  aus
14 Bytes (Sender- und Empfaengerrufzeichen), das laengste aus  70  Bytes
(Sender-, Empfaenger- und 8 Digipeaterrufzeichen).)

2.2.13.1 Kodierung des Adressfeldes ohne Digipeater

Falls man keine Level-2-Digipeater verwendet, wird  das  Adressfeld  wie
in  Abb.  2  gezeigt  kodiert.  Die  Empfaenger-Adresse   enthaelt   das
Rufzeichen  der  Station,  an  die  das   Frame   gesendet   wird,   die
Absender-Adresse das Rufzeichen der Station, die  das  Frame  ausgesandt
hat. Diese beiden Rufzeichen definieren nur die beiden  Endpunkte  einer
Level-2-Verbindung.

     Erstes ausgestrahltes Byte
     |
    --------------------------------------------------
    |            Adressfeld eines Blocks             |
    |------------------------------------------------|
    | Empfaenger-Adresse  |     Absender-Adresse     |
    |------------------------------------------------|
    |A1 A2 A3 A4 A5 A6 A7 | A8 A9 A10 A11 A12 A13 A14|
    --------------------------------------------------
    Abb. 2 -- Kodierung des Adressfeldes ohne Digipeater

A1 bis A14 sind die vierzehn Bytes, aus denen die beiden  Adressubfelder
des Adressfeldes bestehen. Die Empfaenger-Subadresse ist  7  Bytes  lang
und wird zuerst ausgestrahlt. Diese Adressfolge gibt dem Empfaenger  die
Moeglichkeit, das Empfaenger-Adresssubfeld zu pruefen, waehrend  er  den
Rest  des  Frames  empfaengt.  Das  Absender-Adresssubfeld   wird   dann
anschliessend in den Bytes A8 bis  A14  uebertragen.  Diese  Reihenfolge
entspricht  auch  der  im  Funkdienst  ueblichen  Praxis,   zuerst   das
Rufzeichen des Empfaengers, dann das  des  Absenders  zu  nennen.  Beide
Subfelder sind in der gleichen Weise kodiert, mit der Ausnahme,  das  im
letzten Byte der Absender-Adresse das HDLC-Erweiterungsbit gesetzt ist.

2.2.13.1.1 Kodierung des Empfaenger-Subfeldes

Abb. 3 zeigt den Aufbau des Emfaenger-Subfeldes, das  in  den  Bytes  A1
bis A7 des Adressfeldes uebertragen wird. In  der  binaeren  Darstellung
befindet sich das zuerst uebertragene Bit in der rechten oberen Ecke.

    ----------------------------------
    | Byte | ASCII |  Binaer  | Hex. |
    |--------------------------------|
    |  A1  |   D   | 10001000 |  88  |
    |  A2  |   L   | 10011000 |  98  |
    |  A3  |   3   | 01100110 |  66  |
    |  A4  |   H   | 10010000 |  90  |
    |  A5  |   C   | 10000110 |  86  |
    |  A6  |   M   | 10011010 |  9A  |
    |  A7  | SSID  | CRRSSID0 |      |
    ----------------------------------
    Bit Position --> 76543210

    Abb. 3 -- Kodierung des Empfaenger-Subfeldes

    Als weitere Erklaerung dazu:

 1. Das erste Byte (A1) ist das zuerst ausgestrahlte.

 2. Das Bit 0 jedes Bytes ist das Adresserweiterungsbit des HDLC. Es ist
    Null fuer alle Bytes, bis auf  das  letzte  Adressbyte.  Im  letzten
    Adressbyte wird es auf Eins gesetzt.

 3. Das Rufzeichen soll nur aus  den  Grossbuchstaben  und  Ziffern  des
    ASCII-Codes  bestehen,  jedoch  um  ein   Bit   zum   hoeherwertigen
    verschoben  werden,   um   das   niedrigwertigste   Bit   fuer   das
    Erweiterungsbit freizuhalten.  Ist  das  Rufzeichen  weniger  als  6
    Zeichen lang, so soll es mit Leerzeichen auf 6  Zeichen  aufgefuellt
    werden.

 4. Byte A7  enthaelt  den  SSID  (Secondary  Station  IDentifier).  Der
    SSID  ermoeglicht  es,  mehrere  Packet-Radio  Stationen  unter  dem
    gleichen Rufzeichen zu betreiben, sie aber  unabhaengig  voneinander
    zu adressieren. Der SSID 0000 ist der Standard-SSID, der  von  einer
    "normalen" Packet-Radio Station benutzt werden soll.

 5. Die mit "R" markierten  Bits  sind  fuer  zukuenftige  Erweiterungen
    reserviert. Man kann sie in individuellen  Netzen  auf  Grund  einer
    Uebereinkunft benutzen. Falls sie  nicht  verwendet  werden,  sollen
    sie auf Eins gesetzt sein.

 6. Das mit "C" markierte Bit wird,  wie  in  2.4.1.2  beschrieben,  als
    Kommando-/Antwortbit eines AX.25-Blocks verwendet.

========================================================================

>>>>>> Der zweite Teil beginnt mit:
2.2.13.1.2 Kodierung des Absender-Subfeldes





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