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DL5QT  > IMKER    06.11.96 17:14l 54 Lines 3045 Bytes #999 (999) @ DL
BID : 06B603DB0EA
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Subj: Wachsaufbereitung
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      DB0EA
Sent: 961106/1447z @:DB0EA.#NRW.DEU.EU [JO31UW TheBox DD3QQ] $:06B603DB0EA
de DL5QT @ DB0EA.#NRW.DEU.EU   (Dieter)

to IMKER @ DL


Liebe funkende Imker und imkernden Amateurfunker.

Der Edi aus Köln DK8FI hat am 23.10.96 in der Rubrik Imker unter dem Titel
"Sauberes Wachs" eine Mail geschrieben. Hierzu möchte ich gerne meine 
Meinung sagen.
Mit Salzsäure und kochendem Wachs, das sollte man nicht laut sagen. Die
Unfallgefahr ist nach meiner Meinung einfach zu groß. Zudem Salzsäure, auch
verdünnt, ist für Bienenwachs nicht besonders gut. Aber dazu später mehr.
Seit etwa 10 bis 12 Jahren gieße ich meine Waben selbst. Daher habe ich
schon etwas Erfahrung mit der Aufbereitung von Altwachs.
Grundsätzlich bewahre ich über den Winter keine Altwaben auf. Bei mir wird
im Juni/August der gesamte Wabenbestand in den Völkern auf ältere Waben
hin kontrolliert. In der Regel müssen bei mir die Völker, etwa 40% der
Waben in jedem Jahr erneuern. Alle älteren Waben, die braun geworden sind, 
werden rigoros aus den Völker heraus genommen und in den Sommermonaten 
in einer Sonnenwachsschmelze eingeschmolzen. Im Herbst wird der Rest der 
Altwaben in einem elektrischen Dampf-Wachsschmelzer geschmolzen. Das 
geschmolzene Wachs aus der Sonnenwachsschmelze ist goldgelb, das Wachs 
aus der elektrischen Wachsschmelze in der Regel braun. Beiderlei Wachs 
wird dann in einen V2a-Stahltopf, der etwa zu 15% mit Wasser gefüllt ist, 
gelegt. Den V2A-Stahltopf stelle ich in einen Einkochtopf bei dem die 
Temperatur eingestellt werden kann. Das Wachs wird dann langsam geschmolzen 
und ich lasse es dann sehr langsam, in einem Zeitraum von zwei Tagen abkühlen. 
Durch dieses langsame Abkühlen wird das Wachs goldgelb und ich brauche keine 
Säure zum Bleichen des Wachses. Im übrigen wird zum Bleichen von Wachs 
Schwefelsäure genommen und nicht Salzsäure. Nach dem Abkühlen und Erkalten des 
Wachses hat sich der noch vorhandene Schmutz am Boden des Wachses abgesetzt 
und kann nun entfernt werden.
In den früheren Jahren, als die Imker noch keine Wachsschmelze hatten, wurden
die Altwaben bzw. das Altwachs in einen groben Leinensack gelegt, dieser 
Leinensack kam in einen großen Kochtopf, mit Steinen beschwert. Im mit Wasser 
gefüllten Kochtopf wurde das Wachs aufgekocht. Das geschmolzene Wachs setzte
sich an der Oberfläche des kochenden Wassers ab. Der Schmutz der Altwaben 
etc. blieb im Leinensack. Nach dem Erkalten des Wasser bzw. des Wachses 
wurde der noch verbliebene Schmutz vom Boden des Wachsblocks entfernt. 
Der Wachsblock wurde dann nochmals wie schon beschrieben aufgekocht und 
langsam erkalten lassen. 
Dieses Wachs war dann goldgelb und sauber, so ein Wachsblock war der Stolz
eines jeden Imkers.
Das Abkochen des Altwachses mit dem Leinensack, ist mit sehr viel Arbeit und 
Schmutz verbunden, deshalb habe ich mir einen Dampf-Wachsschmelzer gekauft.
Sollte ein Imkerkollege Fragen zu meiner Art der Wachsaufbereitung haben,
so bin ich gerne bereit ihm Hilfestellung zu geben.
Ich wünsche allen imkernden Funkamateuren und funkenden Imkern beim 
gemeinsamen Hobby viel Freude.
Vy 73 es 55
awdh de Dieter




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