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DB0FHN

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DL9ZEA > FUNKWX   22.04.03 09:14l 160 Lines 7800 Bytes #999 (30) @ DL
BID : HDQHO4DB0MGB
Read: DB0FHN DK1NAH GUEST
Subj: Bemerkungen zum FWX III
Path: DB0FHN<DB0ZWI<DB0CHZ<DB0ERF<DB0MGB
Sent: 030422/0722z @:DB0MGB.#SAA.DEU.EU [Magdeburg OP:DL6MRA] DP6.00 $:HDQHO4DB
From: DL9ZEA @ DB0MGB.#SAA.DEU.EU (Horst)
To:   FUNKWX @ DL 
X-Info: Einspielung ohne Passwortschutz


    ÉÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍ»
    º°°°±±±²²² Bemerkungen zum Funkwetterbericht von DL9ZEA ²²²±±±°°°º
    ÈÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍͼ
                                                               Teil 3
     Sonnenaktivität
     ---------------
     sehr gering    weniger als 6 Flecken auf der Sonne und weniger als 10
                    C-Events ohne 10cm-Radiostrahlungsausbrüche und ohne SWF

     gering         mehr als 5 aber weniger als 10 Flecken auf der Sonne und 
                    nur C-Events ohne 10cm-Radiostrahlung und ohne SWF

     mäßig          eruptive Gebiete auf der Sonne,  weniger als 5 M-Events
                    mit 10cm- Radiostrahlungsausbrüchen und SWFs

     hoch           aktive Gebiete auf der Sonne, mehrere M-Events mit
                    10cm-Radiostrahlungsausbrüchen und starken SWFs und/oder
                    1 bis 2 X-Eevents

     sehr hoch      Gebiete auf der Sonne, die zu Protonenereignissen führen
                    können, starke 10cm-Strahlungsausbrüche, größer 500 Fluß-
                    einheiten, X-Events und sehr starke SWFs.
     _________________________________________________________________________

     10cm-Radiostrahlung
     -------------------
     Radiostrahlung der Sonne bei 10,7 cm Wellenlänge, die als Maß zur Er-
     kennung der Aktivitäten auf der Sonne herangezogen wird.
     Die 10cm-Strahlung wird mit Meßgeräten erfaßt und gibt ein objektiveres
     Bild als die Sonnenfleckenrelativzahlen.

     C-Event       solarer Röntgenstrahlungsausbruch mit einem Maximalwert
                   von kleiner 10 hoch minus 13 Joule pro qm und Sekunde im
                   1-8 Angströmbereich

     M-Event       von 1-10 mal 10 hoch minus 13 Joule ......

     X-Event       von größer 10 hoch minus 12 Joule ......
     
     solarer Flux oder F-Zahl, Event = Ereignis
     _________________________________________________________________________
     Sonnenfleckenrelativzahl
     ------------------------
     Die Sonnenfleckenrelativzahl ist ein Maß für die Aktivität der Sonne.
     Sie setzt sich aus zahlreichen Einzelbeobachtungen aus aller Welt
     zusammen. Durch die Art der Bestimmung im optischen Bereich ist die
     Sonnenfleckenrelativzahl sehr subjektiv.
     SSN oder R-Zahl 
     ________________________________________________________________________
     Ak-Wert                                           Erdmagnetfeld
     -----------------------
     Der Ak-Wert ist das lineare Maß für die geomagnetischen Schwankungen
     innerhalb eines Tages. Er wird aus 8 K-Werten gebildet. Gemessen wird
     rund um den Erdball an verschiedenen Orten. 
     Die Werte aus Kiel werden auch von der Funkwetterbake DK0WCY verbreitet.
     Bildung des Ak-Wertes aus 8 K-Werten:

     K        0   1     2     3     4     5       6       7       8     9    
     nTesla  0-5 6-10 11-20 21-40 41-70 71-120 121-200 201-333 334-500 >500

     Je nach Breitengrad gibt es verschiedene Endwert für K9, auch wird der
     Einfluß von Sonne und Mond berücksichtigt.
     Die Zuordnung der 8 Tageswerte K zum Ak-Wert geschieht nach diesem
     Schema:
     K   0   1   2   3   4   5   6    7    8    9
         0   3   7  15  27  48  80   140  240  400
     Die 8 Tages-K-Werte lauten z.B.:
             4   3  4   5   4  2  1   3 
     dann    27+15+27 +48 +27 +7 +3 +15= 169:8= 21,1  Ak-Wert = 21

    
     K-Wert
     -----------------------
     Der K-Wert ist das logarithmische Maß für die größte Änderung innerhalb
     von drei Stunden im Bereich von 0 bis 9.

     Erdmagnetfeld
     -----------------------
     ruhig                  Ak-Werte kleiner 7
     unruhig                Ak-Wert  7 bis kleiner 15
     aktiv                  Ak-Wert 15 bis kleiner 30
     schwacher Sturm        Ak-Wert 30 bis kleiner 50
     starker Sturm          Ak_wert größer 50

     K-Wert  1 - 2          ruhige Magnetik
     K-Wert  3 - 4          Störungen möglich
     K-Wert  5 - 6          läßt Aurora erwarten, Störungen
     K-Wert  7 - 8          starke Störungen
     K-Wert      9          extrem starke Störungen
     _________________________________________________________________________

     Mögel-Dellinger-Effekt
     -----------------------
     Mögel-Dellinger-Effekte treten nur bei erhöhter Sonnenaktivität auf.
     Durch Eruptionen auf der Sonne, mit starker UV-Strahlung, kommt es in
     der D-Schicht zu Dämpfungserhöhungen. Der Effekt tritt etwa 8 Minuten
     nach der Eruption auf der Tagseite der Erde auf.
     Da die Dämpfungserscheinung der D-Schicht frequenzabhängig ist, macht
     sich ein Effekt zuerst auf den unteren Frequenzen bemerkbar. Starke
     Effekte können zu einem Totalausfall bis 30 MHz führen. Sie dauern
     von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden.
     SWF = short wave fade-out oder MDE
     _________________________________________________________________________
     Protonen-Ereignisse
     ------------------------
     Bei sehr starken Eruptionen kann es zu erhöhtem Protonenfluß kommen.
     Dabei wird die Erde von energiereichen Partikeln getroffen, die durch
     das Erdmagnetfeld abgelenkt werden. Im Zusammenhang damit kommt es
     meistens zu einer Ionosphärenstörung, besonders in hohen Breiten.
     Starke Eruptionen erzeugen auch die bekannten Aurora-Effekte. Auch bei
     ruhiger Sonne gibt es einen Zustrom von Partikeln, in der Regel 10
     bis 17 pro qcm
     _________________________________________________________________________
     Allgemeines zur Kurzwellenausbreitung
     -------------------------------------
     Bei hohen R-Zahlen herrschen im allgemeinen bessere Ausbreitungsbedin-
     gungen als bei niedrigen R-Zahlen, jedoch ist hier die Wahrscheinlichkeit
     für Störungen größer.

     Je höher die Werte der 10cm-Strahlung liegen, je mehr wird die 
     Ionosphäre in die Lage versetzt, elektromagnetische Wellen zur Erde
     zurückzubeugen, die Grenzfrequenz steigt.

     Bei aktiver oder gestörter Magnetik ist mit schlechteren Ausbreitungs-
     bedingungen zu rechnen. Bereits ab K-Wert 4 ist mit einem deutlichen
     Abfall der Grenzfrequenz zu rechnen.

     Bei allen Erscheinungen gibt es positive und negative Phasen. Ein ge-
     störtes Magnetfeld kann z.B. auch gute Ausbreitungsbedingungen liefern.

     Bei starken MDE kann nach 1 bis 3 Tagen mit einer Ionosphärenstörung
     gerechnet werden. Diese Zeit brauchen die eneriereichen Partikel von
     der Sonne bis zur Erde. 
     _________________________________________________________________________
     Funkwetterdaten gibt es

     auf 10,145 Mhz von DK0WCY  24 Stunden
     auf 3,579 MHz  von DK0WCY  06.00 UTC bis 07.00 UTC
                                14.00 UTC bis 17.00 UTC 
     WWV-Daten können im DX-Cluster abgefragt werden mit SH/WWV

     Zur Beurteilung der gegenwärtigen Ausbreitungslage dienen zahlreiche
     Baken im Bereich 28,2 bis 28,3 MHz, auf 14,1 MHz , auf 18,11 MHz,
     auf 21,15 MHz, auf 24,93 MHz und anderen Frequenzen.

     Die Baken senden einen Dauerstrich von je 9 Sekunden Länge mit den
     Leistungen von 100 Watt, dann 10 Watt, dann 1 Watt, dann 0,1 Watt und
     wieder zum Schluß das Rufzeichen mit 100 Watt.
      
     Weitere Informationen übers Funkwetter und Zusammenhänge findet man
     in PR in der Rubrik SOLAR,
     auf der homepage von DK0WCY - www.dk0wcy.de
     und unter http://dx.qsl.net/propagation 
               www.sec.noaa.gov/ftpdir/forecasts
     ------------------------------------------------------------------------
     April 2003 - DL9ZEA  Teil 3 Bemerkungen zum Funkwetter


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