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DB0FHN

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DL9ZEA > FUNKWX   22.04.03 09:07l 87 Lines 5982 Bytes #999 (30) @ DL
BID : HDQHCKDB0MGB
Read: DB0FHN DK1NAH GUEST
Subj: Berkungen zum FWX I
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Sent: 030422/0714z @:DB0MGB.#SAA.DEU.EU [Magdeburg OP:DL6MRA] DP6.00 $:HDQHCKDB
From: DL9ZEA @ DB0MGB.#SAA.DEU.EU (Horst)
To:   FUNKWX @ DL 
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    ÉÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍ»
    º°°°±±±²²² Bemerkungen zum Funkwetterbericht von DL9ZEA ²²²±±±°°°º
    ÈÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍÍͼ
                                                               Teil 1
     Die periodische Häufigkeitsschwankungen der Sonnenflecken entdeckte
     1843 nach langjähriger  Beobachtung der Dessauer Apotheker Heinrich
     Schwabe. Er fand, daß es deutlich ausgeprägte Maxima und Minima der
     Sonnenfleckentätigkeit gibt, die sich nach ungefähr 11 Jahren wieder-
     holen.  Beobachtungsergebnisse  über Sonnenflecken liegen seit dem
     Jahre  1745 vor. Für  Flecken in der Nähe des  Sonnenäquators wird
     man rund 27 Tage  als Dauer  einer  Rotation  feststellen.  Berück-
     sichtigt  man dabei, daß sich die Erde in dieser Zeit in ihrer Bahn
     weiterbewegt, erhält  man als tatsächliche Rotationszeit 25,4 Tage.
     Dies gilt jedoch nur für  den äquatornahen  Bereich. Die gasförmige
     Sonne rotiert nicht  wie ein fester Körper.  In  höheren  Bereichen
     verlängert  sich  die Rotationszeit  und beträgt im Polbereich etwa
     30 Tage. Durch die  unterschiedliche Verdrehung entstehen Strömungs-
     und Reibungseffekte, die  sicherlich  einen wesentlichen Anteil auf 
     das Zustandekommen der zahlreichen Erscheinungen an der Sonnenober-
     fläche haben. Die Ursache  der Fleckenperiode  ist  noch weitgehend
     unbekannt. Ihr  Verlauf  ist  unregelmäßig,  so  daß  man  kommende
     Fleckenzyklen  nicht  genau  voraussagen  kann.  Die Flecken treten
     bevorzugt in zwei Gürteln beiderseits des  Sonnenäquators auf. Ihre
     Lebensdauer liegt zwischen einigen Tagen und mehreren Wochen.Flecken
     in größeren Breiten (über 40 Grad)  zählen dabei zu den Seltenheiten
     Zu Beginn eines elfjährigen Zyklus tauchen zunächst Flecken in etwa
     30 Grad nördlicher und südlicher Breite auf.  Die  Gürtel, in denen
     die Flecken entstehen und verschwinden, werden zunächst breiter und
     ziehen sich zum Äquator hin. Gegen Ende des Zyklus  liegen sie fast
     am Äquator an, wobei in höheren Breiten vereinzelt schon die ersten
     Flecken des neuen Zyklus  auftauchen  können. ( Wie z.B. die ersten
     Flecken im August 95  entdeckt  wurden, die zum nächsten Zyklus ge- 
     hören ). Von den Sonnenflecken  gehen  verschiedenen Eruptionen aus.
     Die Lichtausbrüche sind reine Strahlungsausbrüche ohne Auswurf  von
     stofflicher Materie.  Sie  können die normale Helligkeit der Sonnen-
     oberfläche um ein Vielfaches übertreffen. Die Auswirkungen der Erup-
     tionen gehen weit über den Bereich der Sonne hinaus und sind im erd-
     nahen Raum feststellbar. Sie haben von allen kosmischen Faktoren mit
     den größten Einfluß  auf das geophysikalische  Geschehen. Der Anteil
     der Ultraviolett- und Röntgenstrahlung  ist hierbei  besonders groß.
     Die Strahlung  bewirkt  maßgebliche  Veränderungen im physikalischen
     Zustand der irdischen Atmosphäre.Die Aktivitätsgebiete sind auch die
     Quelle  verschiedenartiger Teilchenstrahlung. Die  ausgeschleuderten
     Protonen, Ionen und Elektronen erreichen auch  die  Erde  und können
     Störeffekte auslösen.Die solare Teilchenstrahlung ruft Veränderungen
     des Erdmagnetfeldes hervor. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit  beträgt
     von einigen hundert bis mehreren tausend Kilometern je Sekunde. Sehr
     energiereiche Partikel, vornehmlich Protonen, können auch mit nahezu
     Lichtgeschwindigkeit  herausgeschleudert  werden.  Das Erdmagnetfeld,
     das unter normaler Sonneneinwirkung  schon  verformt  wird  und weit
     in den Weltraum reicht,  wird hierbei stark  beeinträchtigt und pul-
     siert mehr oder weniger. Gerade dieses Ereignis können  Funkamateure
     schnell feststellen. Die Signale hören sich eigenartig  rauh, hallig
     oder verbrummt an und vibrieren. Aurora liegt vor.Die Sonnenflecken-
     relativzahl wurden von den Züricher Sonnenbeobachter Wolf eingeführt.
     Sie ist ein Maß für die Aktivität der Sonne.  Rz = 10g+f. Da Gruppen
     eine erhöhte Aktivität anzeigen, multiplizierte Wolf sie mit 10  und
     addierte dazu die  Zahl der  Flecken,  wobei er auch einen einzelnen
     Fleck als Gruppe  betrachtete. Die  Sonnenfleckenrelativzahl 46 z.B.
     setzt wie folgt zusammen:
     1 Gruppe    g  mit  5 Flecken f    und
     1 Gruppe       mit 10 Flecken      und einen einzelnen Fleck z.B.
                         1 Fleck        ergibt eine Rz von 46
    _____________________________________________________________________
     3 Gruppen   g      16 Flecken f    10x3+16=   46

     Die größte Sonnenfleckenrelativzahl beobachtete man im 23. Zyklus am
     20. Juli  2000. Hier konnten 401 festgestellt werden, die  geringste
     Sonnenfleckenrelativzahl gab  es im 7.  Zyklus im Jahre  1817 mit 46.
     Den größten  Ak-Wert gab  es am 31. März 2001, in  Boulder wurden 131
     und in Kiel 189 gemessen.
     Die Fleckenregion  9393  tauchte am  23. März 2001 mit 3 Flecken auf.
     Am nächsten Tag waren es schon  12 und am 30. März  sogar 63 Flecken.
     Täglich kamen viele  optische  Lichtausbrüche hinzu, ein Zeichen be-
     sonderer  Aktivität. Am 02. April 2001  zündete  der stärkste  Flare
     aller Zeiten. Schon frühzeitig gab  es M-Flares und  kleine X-Flares.
     Die bisher bestehende zwanzigfache Röntgenskala  wurde  durchbrochen.
     Erst wurde X-17 gemessen, dann X-20 und  später  sogar X-22. Der bis
     dahin größte Ausbruch vom 6. März 1989 wurde damit übertroffen. Die
     Region 9393 hatte am 30. März 2001 eine Ausdehnung von 140 000 km.
     Die Region war am 05. April von der Erde aus nicht mehr sichtbar.
     ____________________________________________________________________
     April 2003 - DL9ZEA  Teil 1 Bemerkungen zum Funkwetter          


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