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DL4NBP > BLIND 05.07.98 12:48l 113 Lines 5886 Bytes #999 (999) @ DL
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to BLIND @ DL
Liebe Funkfreundinen und Funkfreunde
Hier spiele ich einen alten Artikel aus der CQ-DL in unsere Rubrik ein, der
auch heute noch für unseren Personenkrein interessant sein dürfte.
Ich benutze dieses tönende Anzeigeinstrument seit 10 Jahren und möchte es
nicht missen.
------------------hier die Einspielung--------------
TÖNENDES S-METER FÜR SEHBEHINDERTE
cq-DL 5/1985 Seite 243;
Autor Karlheinz Maisel, DD1NC, Wandererstraße 21, 90431 NÜRNBERG,
EINSATZMÖGLICHKEITEN
Gewissermaßen als erwünschtes Nebenprodukt der Beschäftigung mit dem LED-Trei-
berbaustein LM 3914 entstand diese Schaltung, die blinden oder stark sehbehin-
derten Funkamateuren eine Hilfe beim Funkbetrieb sein kann.
Durch die Betätigung eines Drehschalters kann die Feldstärke der empfangenen
Station ermittelt werden. Doch nicht nur als Ersatz für das S-Meter kann die
Schaltung dienen; prinzipiell kann sie jedes Meßinstrument zu einem tönenden
Meßinstrument machen. Die Spannung im Netzgerät, die Stromaufnahme im Funkge-
rät, eventuell sogar die korrekte Abstimmung der Senderendstufe und vieles
andere mehr kann damit "abgehört" werden. In vielen Fällen ist die Auflösung
vollkommen ausreichend, und auf kostspielige Sprachausgabesysteme kann ver-
zichtet werden.
SCHALTUNG
Doch vorerst ein paar Worte zur Schaltung. Der NE 555 arbeitet als Signalton-
geber, wobei sich durch die Beschaltung mit R1 und C1 ein besonders "spitzes"
Tonsignal ergibt, das deutlich von CW-Signalen und QRM unterschieden werden
kann. Auf den möglichst dicht am NE 555 anzulötenden Elko CE kann aus Gründen
der Störunterdrückung nicht verzichtet werden.
Sollte die Stärke des Signaltons nicht den eigenen Wünschen entsprechen, so
kann R1 als Potentiometer ausgeführt werden. Das Trimmpoti R2 erlaubt die
individuelle Einstellung der Tonhöhe.
Die LED-Treiberschaltung LM 3914 wird in der Betriebsart "Zeile" und unter
Verwendung der eingebauten Referenzspannung betrieben. Anstelle der sonst
üblichen Leuchtdioden wird über einen Drehschalter der Tongenerator angesteu-
ert. In Abhängigkeit von der Feldstärke bzw. der durch diese erzeugten Span-
nung am S-Meter liefern die Anschlußpins 1 und 10 bis 18 den Betriebsstrom für
den Tongenerator.
Achtung: Die Spannung am S-Meter muß positiv gegen Masse sein. Ist die Spannung
dagegen negativ oder soll mit gespreiztem Meßbereich (z.B.12 bis 14V als
Spannungsanzeige an einem Netzgerät) gearbeitet werden, so muß die abgebildete
Schaltung geändert bzw.erweitert werden. Die unten aufgeführte Literatur hilft
in jedem Fall weiter.
AUFBAUHINWEISE
Am geeignetsten erscheint der Einbau in ein handliches Metallkästchen (wegen
der Abschirmung). Es sollte durch Gummifüße rutschfest gemacht werden, damit
bei der Bedienung eine Hand für die Senderabstimmung o.ä. freibleibt.
Über ein zweiadriges abgeschirmtes NF-Kabel werden die S-Meter Spannungen und
die Betriebsspannung aus dem Transceiver herausgeführt (z.B. durch einen
Lüftungsschlitz), wobei natürlich die Masse ebenfalls mitgeführt werden muß,
was zweckmäßigerweise über die Kabelabschirmung geschieht.
Vorsicht: Auf jeden Fall muß sichergestellt sein, daß das Gehäuse keine gefähr-
lichen Spannungen gegen Erde führt!
Der Drehschalter soll fühlbar einrasten, aber dennoch leicht drehbar sein. In
Stellung "AUS" sollte er einen mechanischen Anschlag besitzen. Da dies bei den
notwendigen 12stufigen Drehschaltern häufig nicht gegeben ist, wird dort der
Zeigerknopf durch eine Schraube in der Frontplatte oder einen "Lötklecks" am
Weiterdrehen gehindert. Zu beachten ist, daß in Stellung "AUS" nur der Ton-
generator stillgelegt wird. Man sollte deshalb die Gesamtschaltung so an die
Betriebsspannung des Transceivers anschließen, daß sie bim Abschalten dessel-
ben mit Sicherheit stromlos ist. Dieser Hinweis ist insbesondere für batte-
riebetriebene Geräte gedacht.
ABGLEICH UND BETRIEB
Bei der ersten Inbetriebnahme wird der Drehschalter in die Stellung "TEST" ge-
bracht und mit R2 die gewünschte Tonhöhe eingestellt. In dieser Stellung wird
ein Dauerton erzeugt, der auch hin und wieder als Funktionskontrolle dienen
kann.
Im normalen Betrieb ist "AUS" die Grundstellung. Zur Messung wird nur beim
Empfang eines Signales der Drehschalter betätigt, bis ein Ton hörbar wird.
Dabei wird Stufe für Stufe mitgezählt:"neun plus, neun, acht, sieben usw".
Auch Markierungen am Gehäuse sind denkbar. Sollte der ermittelte S-Wert nicht
mit der S-Meter-Amzeige übereinstimmen (infolge des oft nichtlinearen Skalen-
verlaufes treten stets geringe Abweichungen auf), kann durch Ändern des Wider-
standes zwischen Pin 6 und 7 des LM 3914 Abhilfe geschaffen werden.
HINWEISE
Sämtliche Bauteile sind handelsüblich, wobei allerdings für den LM 3914 immer-
hin ca. 14DM bezahlt werden müssen. Dafür bekommt der sehbehinderte Funkamateur
jedoch endlich die Möglichkeit, Rapporte objektiv zu verteilen, Bakensender
genau zu beobachten und bei Antennenvergleichen mitmischen zu können; von den
eingangs erwähnten Einsatzmöglichkeiten ganz abgesehen.
Sollte der Skalenverlauf des S-Meters und die per Drehschalter ermittelten
Werte zu stark voneinander abweichen, hilft entweder eine Umbenennung der
Schalterstellunggen oder der Einsatz des LM 3915. Er ist für logarithmischen
Skalenverlauf besser geeignet. Überhaupt sollte dieser Beitrag zum Experimen-
tieren anregen, denn oft sind es nur kleine, einfache Schaltungen, durch die
sehende Funkamateure ihren blinden Funkfreunden eine große Hilfe bieten könnten.
LITERATUR
1 Linear Databook 1978
2 ELO 6/79 S.55
3 ELO 11/79, S.54-57
4 Elektor Halbleiterheft 1981, S. 8-09, S.7-55
5 Hirschmann, D., Operationsverstärker-Anwendungen, Franzis-Verlag, München
6 Elektor 1/81, S. 58ff
Abgeschrieben DL6NDQ, Mai 1998
an dieser stelle bedanke ich mich auch nochmal bei Albert dl6ndq fuer's
abschreiben.
vy 73 und 55 von Stefan dl4nbp
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