| |
DJ8WL > VLF 09.12.97 01:45l 138 Lines 7300 Bytes #-10442 (0) @ DL
BID : 08C720DB0GV
Read: GUEST
Subj: DA0LF - Testergebnisse 11/97
Path: DB0KCP<DB0ZKA<DB0LX<DB0RBS<DB0SWR<DB0FP<DB0GV
Sent: 971208/2328z @:DB0GV.#HES.DEU.EU [Frank4t/Mtl OP:DF5FF] $:08C720DB0GV
de DJ8WL @ DB0GV.#HES.DEU.EU (Peter)
to VLF @ DL
DA0LF - 22./23. November 1997
(Testsendungen auf 137,1 kHz)
Liebe Lowfer!
Ich hatte ja - vorgewarnt durch die Rueckmeldungen im Monat Oktober -
einiges an Arbeit auf mich zukommen sehen, aber dass ich nicht mehr
mit dem Auslesen meiner Mailbox nachkommen wuerde, darauf war ich nicht
vorbereitet.... So blieb mir teilweise nur Zeit, einige Mails erst ein-
mal auf der Festplatte zwischenzuspeichern...
Allen, die sich bei der Berichterstattung beteiligten, zunaechst wieder
ein grosses *DANKESCHOEN* fuer die Muehe, die sie sich gemacht haben.
Es waren weit ueber 100 Mails von etwa 90 teilnehmenden Stationen, die
ich hier aufzuarbeiten hatte. Das Bild rundet sich dadurch gewaltig ab!
Alle Informationen waren sehr willkommen.
Man kann grundsaetzlich zu Langwelle bereits jetzt sagen:
a) Mit etwa 50 Watt Senderleistung und einer - bedingt durch hohe Ver-
luste im System - abgestrahlten Leistung von nur ca. 50 Milliwatt
kann man Entfernungen bis zu etwa 400 km ueberbruecken, sofern auf
der Empfangsseite eine entsprechend ruhige Gegend, eine geeignete
Antenne und ein brauchbares Empfangsgeraet vorhanden ist (DJ8CY
probierte es mit einem ueber 50 Jahre alten RX und war angenehm
ueberrascht (ich auch!)). Es geht jedoch noch viel weiter. Dazu
spaeter mehr. Das hier Gesagte bezieht sich auf Normal-CW!
b) Viele OMs stellten fest, dass tagsueber der Empfang relativ gut war,
am spaeten Nachmittag die Stoerungen jedoch zunahmen und am Abend
das Signal zwar vorhanden war, aber vom Stoernebel zugedeckt wurde.
Das war auch der Sinn des jeweils 10-stuendigen Tests, Aussagen
ueber die Lesbarkeit ueber einen laengeren Zeitraum und vor allem
abends (wo man sich als *Normalverbraucher* erst an die Station
setzen kann) zu sammeln. Etwas Derartiges hatte sich bereits im
Oktober angedeutet, als die Tests abends zwischen 18.15 - 19.00 UTC
liefen und die Hoerbarkeitsgrenze bei max. 200 km lag.
c) Die Tests im November hatten auch die Absicht, all denen, die sich
mit Verbesserungen an ihrer Empfangsanlage beschaeftigen, ein ueber
einen laengeren Zeitraum vorhandenes *duennes* Signal - noch dazu
in der Nachbarschaft von *dicken* Signalen - zu bieten. Ulf/DJ5QY
nutzte die Zeit, um mit einer Ferritantenne im Auto in Sueddeutsch-
land herumzufahren und zu sehen, wozu seine Ferritantenne tauglich
ist (Ulf pse Deine Benzinrechnung!). Eine Beschreibung von Ulfïs
Antenne liegt z.B. in DB0GV (Rubrik *VLF). Michael/DF2OK spielte
seine Stationsbeschreibung in die Rubrik *VLF* ein (danke auch fuer
die vielen Direkt-Connects!). Holger/DK8KW schrieb ueber einen Zeit-
raum von ca. 1/2 Stunden das Signal mit besonderer Empfangstechnik
(FFT) auf dem Bildschirm mit. Es ist ebenfalls in der Rubrik *VLF*
abgelegt. Von einigen OMs bekam ich Tonbandaufnahmen und telefon.
Anrufe noch waehrend die Tests liefen. Auch Horst Ellgering/DL9MH
- unser ehemaliger DARC-Vorsitzender - und Nils Schiffhauer/DK8OK
lieferten Beitraege.
d) Viele derjenigen, die bei den letzten Tests schon dabeiwaren, be-
teiligten sich erneut und trugen dadurch zu einem abgerundeten
Bild bei. Tnx!
e) Erstaunlich war die Feststellung, dass am Sonntag - nachdem ein
magnet. Sturm die Ionosphaere etwas aufgewirbelt zu haben schien -
das Band etwas unruhiger war. Aber gerade an diesem Tag rief mich
mittags Volker/DJ8QP aus der Naehe von Salzburg an und gab mir den
RST 529. Damit ist Michael/DF2OK leider nicht mehr der Entfernungs-
Rekordinhaber in der direkten Aufnahme. DJ8QP ist 370 km entfernt...
f) Im Nahfeld (Entfernung <40 km) war das Signal praktisch immer hoer-
bar und wenig QSB unterworfen. Ob das wohl ein Ausweg fuer die vie-
len Ortsrunden auf 80m am Wochenende ist ???? (Grrrr..., wer wirft
jetzt den ersten Stein auf mich?) Achtung auf die evtl. spaeter er-
laubte Bandbreite und die Sendearten! Ein normalbreites SSB-Signal
- wenn diese Betriebsart erlaubt sein sollte - ragt mindestens auf
einer Seite aus dem Uebertragungskanal, der im Augenblick nur 2,1
kHz breit ist!
Ich koennte jetzt beliebig weitermachen und Episoden von den beiden
Testtagen erzaehlen... Bitte habt Verstaendnis dafuer, dass ich dies
nicht tue. Alle Berichte sind jedoch hier gespeichert und werden der
am Jahresende an das BAPT abzugebenden Auswertung beigefuegt.
(Ich bin au~erdem dabei, einen laengeren Bericht fuer die CQ-DL mit
Diagrammen und Bildern fertig zu machen. Das dauert aber noch...)
Der Knueller kam jedoch am Sonntag (23.11.97) per e-mail aus England:
G3PLX und G4TZX teilten mir mit, dass sie DA0LF gehoert haben - letzte-
rer hoerte 2x das Rufzeichen. Damit war ploetzlich auch DJ8QP wieder
als Rekordhoerer entthront...
G3PLX schrieb mittels "Waterfall"-Verfahren die Frequenz 137,1 kHz auf
einem Display mit einer effektiven Bandbreite von 0,024 Hertz (!) mit
und konnte am 23.11. sowohl den Einschaltvorgang als auch das Ende der
Testsendungen eindeutig identifizieren. Eine Kopie der .BMP-Datei er-
hielt ich via DL1VDL (tnx Hardy!). Leider war die Tastgeschwindigkeit
noch zu hoch, um das Rufzeichen DA0LF als Morseschrift auf dem Display
lesen zu koennen. Dies wird im Lauf der kommenden zwei Wochen im Rahmen
einer etwas anders gestalteten Testreihe nachgeholt. Dabei werden die
Punktlaengen auf 80 Sekunden und die Strichlaengen auf 240 Sekunden
(= 4 Minuten) Dauer ausgedehnt. Wer dann ueber die Frequenz 137,1 kHz
dreht, stellt dort hin und wieder einen Traeger fest. Wenn alles klappt,
kann man nach ca. 1 1/2 Stunden das Rufzeichen DA0LF auf einem Bild-
schirm wie auf einem Streifenschreiber sehen. G3PLX wohnt im Nordwesten
von England und ist ca. 900 km entfernt. Von dort bis nach USA ist nur
noch Wasser - und das soll ja bekanntlich gut reflektieren....
Hier mag Kritik einsetzen, ob das denn nun noch wirkliche Telegrafie
sei. Aber klar doch! Das Rufzeichen DA0LF wird nur mit wahnsinnig lang-
samem Tempo gegeben! Fuer CW-Puristen streue ich das Rufzeichen mit
*normaler* Gebegeschwindigkeit (ca. Tempo 80-100) in den Pausen zwi-
schen den Buchstaben ein... Diese Testreihe ist fuer den 14., 16. und
17. Dezember jeweils mit Beginn um 08.00 UTC geplant. Der 17. Dezember
ist allerdings noch etwas unsicher...
Inzwischen habe ich auch die QSL-Karten ausgeschrieben. Sie gehen an
alle, die einen Empfangsbericht an mich abgegeben haben, mit der QSL-
Post an den DARC ab. Ich hoffe, ich kann dem Einen oder Anderen spaeter
einmal auch ein QSO bestaetigen...
Mit den Testsendungen ca. Mitte Dezember geht eine Versuchsreihe zu
Ende, die den Sinn verfolgte, aufzuzeigen, was mit amateurmaessigen
Mitteln im Langwellenbereich machbar sein wird. Die Sondergenehmigungen
fuer DA0LF und DA0VLF laufen zum Jahresende zwar aus, jedoch wollen
wir versuchen, auch 1998 weiter "Grundlagenforschung" zu betreiben.
Dazu wurde um eine Verlaengerung der Rufzeichenzuweisung gebeten. Wir
hoffen, dass ihr entsprochen wird. Naeheres dazu wird wieder in der Ru-
brik *VLF* oder *DARC* in den Mailboxen zu finden sein.
Allen nochmals vielen Dank fuer das begeisterte Mitmachen!
AWDH bei den naechsten Testsendungen von DA0LF auf Langwelle!
Peter / DJ8WL (DA0LF auf 137,1 kHz)
DARC / HF-Referat - Betriebstechnik
Read previous mail | Read next mail
| |