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DL1YAI > TECHNIK 30.10.10 14:33l 72 Lines 3218 Bytes #999 (30) @ DL
BID : UAKDB0WAL01A
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Subj: Packet Radio S-Meter
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Sent: 101030/1152z @:DB0WAL.#NRW.DEU.EU [Waltrop, JO31QO] obcm1.07b3 LT:030
From: DL1YAI @ DB0WAL.#NRW.DEU.EU (Wilfried)
To: TECHNIK @ DL
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Hallo allerseits,
mit Alfons, DF6VB hatte ich mich mal darüber unterhalten, dass es mich
eigentlich wundert, dass sich Abstimmanzeigeröhren nicht als
vollelektronische Mess- und Anzeigeinstrumente durchgesetzt haben, sondern
das "primitive" mechanische Messwerk "Zeigerinstrument".
Hintergrund:
beim genauen Ausrichten der Antenne für Packet Radio benötigt man eigentlich
ein schnell reagierendes S-Meter, um bei den kurzen Polling Phasen nach einem
connect eine brauchbare Pegelanzeige zu erhalten.
Als Alternative zu einer aufwändigen Sample-Hold Schaltung erscheinen mir die
trägheitslosen Abstimmwanzeige Röhren, wie EM 11, EM 71, EM 34, EM 35, EM 80,
EM 84, EM 85 einen Versuch wert.
Alfons hat im INTERNET eine interessante Schaltung / Baugruppe mit EM 84 bzw.
EM 800 gefunden.
Hierzu mein Kommentar.
Stichwort EM 84
interessant, dass man in der Schaltung auch vor die Leuchtanode einen
Vorwiderstand eingefügt hat.
Damit erreicht man, das die Röhre auch mehr als Vollanschlag anzeigen kann !
!
Normalerweise liegt die Leuchtanade direkt an + 250 V.
Der mit der Steuer-Triodenanode verbundene Steuersteg liegt bei Stromfluss in
der Triode auf einem niedrigeren, also negativeren Potential, als die
Leuchtanode.
Das negative Feld des Steuerstegs drängt die Elektronen vom Steuersteg weg;
dementsprechend groß ist der Schattenwurf des Steuerstegs auf der Leuchtanode.
Bei voll gesperrter Steuertriode (Ug ca -15 V) ist auch der Spannungsabfall
am 470 KOhm Anodenwiderstand der Triode Null und der Steuersteg liegt
ebenfalls auf +250 V.
Der Steuersteg ist dann neutral und drängt die Elektronen nicht mehr zur
Seite.
Die Schattenlänge ist dann Null bzw. die beiden Leuchtbalken haben maximale
Länge und berühren sich in der Mitte des Leuchtfeldes.
Das entspricht Vollausschlag eines Zeigerinstrumentes.
Der Vorwiderstand von 10 kOhm vor der Leuchtanode bewirkt einen
Spannungsabfall durch den Leuchtanodenstrom. Folge: bei voll gesperrter
Steuertriode kann der Steuersteg sogar ein positiveres Potential annehmen,
als die Leuchtanode selber; dadurch ist der Steuersteg nicht mehr neutral,
sondern lenkt jetzt die Elektronen um sich herum, sodass die beiden
Leuchtbalken jetzt sogar überlappen können. Damit kann man sehr schön
Übersteuerung anzeigen.
Das kann ein Zeigerinstrument nicht ! !
Im Datenbuch von Abstimmanzeigeröhren bezeichnet man diesen Zustand als
"negative Schattenlänge".
Manche Anzeigeröhren haben sogar Leuchtfelder oder Leuchtfeldpaare mit
unterschiedlicher Empfindlichkeit, dadurch erreicht man einen Lupeneffekt bei
kleinen Änderungen des Schattenwinkels.
Das entspricht sozusagen einem Zeigerinstrument mit zwei Zeigern, von denen
der eine z. B. bei 5 V Vollausschlag erreicht und dann ohne Zerstörung stehen
bleibt, der zweite bei 15 V.
So ein Zeigerinstrument habe ich in natura noch nicht gesehen.
Die Abstimmanzeigeröhre kann so was grundsätzlich je nach Kontruktion z. B.
EM 11, EM 34,
2 x 2 Schattensektoren; sieht aus, wie ein vierblättriges Kleeblatt; EM 4, EM
34 zwei Schattensektoren.
Soweit dieser wissenschaftliche Exkurs. Hi !
73 de Wilfried, DL1YAI
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