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DO9ST > TECHNIK 09.02.04 11:01l 46 Lines 2709 Bytes #999 (0) @ DL
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Subj: Funkschlüssel - SAT1
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Folgender Bericht stammt von SAT1.
Haben sie eigentlich auch eine Funkfernbedienung für ihren Wagen? Die Dinger
sind ja ziemlich praktisch – aber auch gefährlich. Denn schon ein kleines
Handfunkgerät reicht aus, um Funkschlüssel außer Gefecht zu setzten.
Die zum Auf- und Abschließen von Autos benötigten Datenmengen werden meist
auf Frequenzen zwischen 433,600 und 433,850 MHz gesendet. Einige Funkgeräte
senden auf der selben Frequenz, aber sehr viel stärker und damit wird das
Funksignal des Schlüssels überlagert, der Funkschlüssel funktioniert nicht
mehr.
Gefährlich kann das dann werden, wenn jemand einen Autofahrer daran hindert
seinen Wagen wirklich abzuschließen. Denn sehr oft wird die Funkfernbedienung
gedrückt ohne danach zu kontrollieren, ob der Schließmechanismus auch
wirklich funktioniert hat. Ergebnis: Das Auto bleibt offen. Diebe können nun
ungehindert und ohne Spuren zu hinterlassen Dinge aus dem Auto oder sogar den
Wagen selbst stehlen. Es ist sogar möglich das Signal der Funkfernbedienung
abzufangen und zu speichern. So haben Kriminelle relativ schnell und einfach
eine zweite Fernbedienung. Der Einbruch in Autos ist dann wirklich nur noch
ein Kinderspiel.
Walkie-Talkies, Computerverbindung, Baby-Phone, Funkkopfhörer und eben auch
Fernbedienungen für das Auto - alle senden auf der selben Frequenz.
Mit größeren Geräten wie z.B. einem Amateur-Funkgerät, das 50 mal stärker ist
als ein Handfunkgerät kann man sogar relativ große Flächen lahm legen.
Funkaussetzer durch Funkgerät. So einfach und doch so wirksam.
Nur warum ist das so einfach möglich?
Funkfernbedienungen für Autos laufen auf einer ISM-Frequenz. Der Vorteil: Der
Anwender braucht die Geräte nicht anzumelden, er braucht auch keine extra
Gebühren zu zahlen. Der billige Preis bei diesen Geräten hat aber auch zur
Massenproduktionen geführt. Dadurch müssen sich jetzt immer mehr Funkgeräte
die ISM-Frequenzen teilen. Da kommt es zwangsläufig zu Störungen.
Die Autohersteller kennen das Problem. Mercedes zum Beispiel hat das
Keyless-Go-System eingeführt. Mercedes-Fahrer brauchen weder Schlüssel noch
Funkschlüssel. Mit einer Key-Card wird die Tür geöffnet und der Motor
gestartet.
Und der Code dieser Key-Card ist um ein vielfaches komplizierter als der
einer normalen Funkfernbedienung – also nicht so leicht zu knacken. Renault
hat ein ähnliches System.
Übrigens: Es gibt kein Gesetz, welches das Stören durch Funk-Frequenzen
verbietet.
Unser Tipp an alle Autofahrer mit Funkschlüssel: Nicht einfach nur das
Knöpfchen drücken und gehen. Immer kontrollieren ob der Wagen auch wirklich
richtig verschlossen wurde.
Quelle: http://www.sat1.de/auto/automagazin/themen/02328/
73 de Thomas
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