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DB0FHN

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DK6XH  > RELAIS   26.07.06 14:51l 221 Lines 10712 Bytes #999 (0) @ DL
BID : Q7GDB0ZKA04V
Read: GUEST DG9VH DG8NGN DG1VV OE7HNT DL1BAH DL6XB DM1CG DO6NP DK5RAS
Subj: Betriebsstörungen durch externe Intermodulation
Path: DB0FHN<DB0NOE<DB0GAP<DB0KFB<DB0ZKA
Sent: 060726/1249z @:DB0ZKA.#BAY.DEU.EU [Augsburg JN58ki] obcm1.06
From: DK6XH @ DB0ZKA.#BAY.DEU.EU (Hermann)
To:   RELAIS @ DL
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Betriebsstörungen durch externe Intermodulation am Beispiel DB0UA - 2m 
---------------------------------------------------------------------- 
 
Seit etlichen Jahren treten am Relaisstandort von DB0UA immer wieder 
Störungen auf der Relais-Eingabefrequenz auf, die nicht mutwillig 
(beispielsweise durch Aussendung von Trägern) erfolgen, und es handelt 
sich auch nicht um Nebenaussendungen anderer Funkdienste.

Die beobachteten Störungen sind von unterschiedlicher Intensität, von 
kurzzeitigem Öffnen der Rauschsperre bis zur dauerhaften Übertragung 
eines »eigenartig« klingenden verrauschten Signals mit »Echo-Effekten«; 
warum das so klingt, wird weiter unten erklärt.

Ich weiß, dass etliche Relaisbetreiber von solchen Störungen betroffen
sind, mit zunehmender Tendenz. Oft wird der Weg beschritten, die Relais-
Parameter zu ändern (Sendeleistung und / oder Empfängerempfindlichkeit 
reduzieren) und damit zu verschlechtern. Eine alternative Möglichkeit
wird nachfolgend beschrieben. Weitere Informationen siehe Internet:
http://www.mydarc.de/db0ua/html/storungen_dboua_2m.html 


 

Die Ursache wurde zwar gefunden ... 
-------------------------------
... nicht aber die jeweils unerwünschte Mischprodukte generierenden Geräte. 
Bisher jedenfalls nicht. Zwar konnte eine permanent störende Quelle isoliert
werden, aber kaum war dies geschehen, tauchte die nächste auf, und vermutlich 
ist noch eine weitere im Spiel. Diese stören zwar nicht ständig, aber in 
bestimmten Zeitabständen für die Dauer von mehreren Minuten ziemlich intensiv.

Ein lokaler Oszillator mit 600 kHz als Bestandteil einer am Relaisstandort 
betriebenen Computer- und/oder Netzwerk-Anwendung, eines Schaltnetzteiles, 
einer Videoanlage oder zur Aufzuganlage gehörenden Einrichtung mischt 
offenbar die Sendefrequenz von DBØUA auf die Eingabefrequenz. 

Fest steht, dass die Intermodulation weder im Empfänger noch im Sender oder 
einer anderen zu DBØUA gehörenden Komponente entsteht. Das Problem ist 
ähnlich den Störungen, wie sie auch am 2m-Zugspitzrelais DBØZU immer 
wieder auftreten Der Betreiber von DBØZU berichtet darüber hier:
[http://www.db0zu.org/stoerung.html]

Während Peter, DJ3YB, auf der Zugspitze gewöhnlich schnell solche 
Störquellen findet, blieb am DBØUA-Standort bisher ein eindeutiges und 
zweifelsfreies Erfolgserlebnis versagt. Das Hochhaus, das DBØUA beherbergt,
ist halt aus Stahlbeton gebaut und hat unzählige Winkel und Ecken, in denen 
jede Menge elektrischer Leitungen kreuz und quer verlegt sind. 
Wer schon mal versucht hat, in so einem Stahlbetonkäfig einen Sender kleiner
Leistung zu peilen, kann gewiss nachvollziehen, wie schwierig es ist, an die
tatsächliche Störquelle zu kommen.

Nachfolgende schematische Darstellung zeigt die Wirkungsweise bei der 
Entstehung des Störsignals auf der Relais-Eingabefrequenz.
 

TX-Antenne                                       RX-Antenne
    ^                                                 ^
    |                                                 | 
    |                                                 |
      _______________                   ______________^
                     V                 
           -------------------------------------
            |          LO      Mix               |
            |     Elektronisches Gerät           |
            |z.B. Schaltnetzteil, DC-DC-Wandler, |
            |   Hub, Repeater, WebCam, etc.      |
            |      (fLO = fTX - FRX)             |
            -------------------------------------


         |     fRX           fTX  
Leistung |                    |
Spannung |                    |
         |                    |
         |                    |
         |       |            |             |
         |       |            |             |
         ------------------------------------------------------------>
             fTX - fLO       fTX        fTX + fLO


Das von der TX-Antenne abgestrahlte Sendesignal gelangt aufgrund 
unzureichender Schirmung in ein elektronisches Gerät (zum Beispiel 
Schaltnetzteil, Spannungswandler, Hub, WebCam ...) oder wird dort über 
irgendwelche Leitungen eingeschleppt.

Wenn nun in dem Gerät ein »lokaler Oszillator« (LO) vorhanden ist, dessen 
Frequenz den Wert der Relaisshift aufweist (bei 2m-Relais sind das 600 kHz) 
oder Vielfache dieses »LO« diese Frequenz ergeben, und eine weitere aktive 
Komponente als »Mischer« wirken kann, so wird der Träger des Senders (fTX) 
mit dem Signal des »lokalen Oszillators« (in unserem Beispiel 600 kHz) 
moduliert. 

Wir erhalten dabei zwei Mischprodukte: fTX + fLO sowie fTX - fLO 

Das erste der beiden Mischprodukte ist irrelevant, aber das zweite fällt 
genau in den Empfangskanal des Relais; bei DBØUA ist das bei 145,0375 MHz.
 
Weil dieses Störsignal durch Mischung mit dem Sendesignal entstanden ist, 
führt dies über den Relaisempfänger und der nachfolgenden NF-Kopplung RX-TX 
zu einer Rückkopplung, die bei DBØUA nicht als »Heulton« (ähnlich wie bei 
einer Audioanlage, wenn Lautsprecher und Mikrofon nicht genügend entkoppelt 
sind) hörbar ist, sondern mit einem »Echo-Effekt«, weil das empfangene 
Signal durch die Einrichtung AudioDelay mit einer zeitlichen Verzögerung 
von 125 Millisekunden ausgesendet wird. 

Die Ermittlung des Verursachers ist auch deshalb nicht einfach, weil das 
Störsignal sehr schwach (die Rauschsperre öffnet gerade) ist und das Signal
des Relaissenders sehr stark ist. Die von Fuchsjagden bekannten 
Anforderungen an den Peilempfänger genügen deshalb nicht. 


Abhilfe
-------
Wenn die Störquelle nicht zu finden und zu beseitigen ist, so bleibt oft 
nur die Änderung der Relais-Parameter - zum Beispiel:

- Reduzierung der Sendeleistung
  Die Senderleistung des 2m-Relais musste in der Vergangenheit bis auf 
  einen Wert von 2 Watt EIRP reduziert werden. Die zulässige Leistung 
  von 25 Watt EIRP konnte in den vergangenen drei Jahren (bis zum Einbau 
  des weiter unten beschriebenen Intermodulation-Detektors im Juli 2006) 
  zu keinem Zeitpunkt mehr gefahren werden.
  
- Reduzierung der Empfängerempfindlichkeit
  Der Empfänger wird hochfrequenzseitig unempfindlich gemacht oder der 
  Schaltpunkt der Rauschsperre wird angehoben. 

Dass solche Maßnahmen eine Verschlechterung der Relaiseigenschaften 
darstellen, kann man sich wohl gut vorstellen, sie müssen aber in solchen 
Fällen hingenommen werden. Die Alternative wäre die Abschaltung des Relais.



Workaround: Intermodulation-Detektor
------------------------------------
Wenn sich die Störung nicht beseitigen lässt, aber man dennoch weder die 
Sendeleistung noch die Empfängerempfindlichkeit reduzieren möchte, so braucht
man eine Umgehungslösung - oder wie wir auf neudeutsch sagen: Workaround.

Nachdem die jeweiligen Störsignale nur geringe Feldstärken aufweisen, wird 
laufender Funkbetrieb (also wenn jemand über das Relais spricht) kaum 
nennenswert beeinflusst. Wenn kein Signal empfangen wird, so schließt aber 
die Rauschsperre nicht, und die zuhörenden Stationen sind verunsichert, ob 
sie weitersprechen können; sie wissen ja nicht, mit welch geringer 
Feldstärke der Störträger am Relais empfangen wird und dieses Signal 
leicht weggedrückt werden kann.

Nun zum eigentlichen Workaround.
Nachstehende Skizze zeigt die Wirkungsweise eines "Intermodulation-Detektors".

 
 
           ^                                                   ^
           |                                                   |
    ---------------                                    -----------------
   |   Empfänger   |                                  |     Sender      |
   |               |                                  |                 |
   |  -----------  |                                  |   -----------   |
   | | FM-Demo-  | |                                  |  | Modulator |  |
   | | dulator   | |                                  |  | CTCSS-Enc.|  |
    ---------------                                    -----------------
           |                                                   ^ NF
           |         -------------                             |
           |--------|CTCSS-Decoder| ----------------------     |
           |         -------------                        V
           |  NF                                       -----------------
            ----------------------------------------->|   Schaltstufe   | 
                                                       -----------------

Wenn das Sendersignal permanent mit einem CTCSS-Code moduliert wird, so hat 
dies auf den normalen Funkbetrieb keine Auswirkungen. Allenfalls bei ganz 
alten Funkgeräten, die auch noch NF-Signale im Bereich um 100 Hz übertragen, 
könnte ein leises Brummen hörbar sein, ähnlich wie früher bei unzulänglich 
geglätteten Versorgungsspannungen. 

Wenn nun vom Empfänger ein wie weiter oben beschriebenes Intermodulations-
produkt empfangen wird, so ist dieses Signal ja zwangsläufig mit dem CTCSS-
Code des Relaissenders moduliert.

Vorteilhaft wirkt sich dabei aus, dass auch stark verrauschte CTCSS-Signale 
sicher zu demodulieren sind. Es wird also auf der Empfängerseite ein CTCSS-
Decoder und eine entsprechende Schaltung benötigt, die den Audio-Pfad zum 
Relaissender so lange unterbricht, bis das Störsignal wieder verschwunden 
ist. 

Für den Benutzer hört sich das an, als würde die Rauschsperre schließen.
Wenn ein externes Signal empfangen wird, so ist dieses in der Regel stärker 
als das Störsignal und »drückt es weg«. Dadurch wird vom CTCSS-Decoder kein 
CTCSS-Code mehr erkannt und der Audio-Pfad zum Relaissender wird wieder 
durchgeschaltet - die empfangene Sendung wird also über den Relaissender 
gesendet. 

Zwei kleine Mankos hat diese Einrichtung allerdings für DB0UA: 
Der passive Suchlauf der DB0UA-Antennendiversity, der dann wirksam ist, wenn 
kein vom Relaisempfänger kein Signal empfangen wird, muss im Störungsfall 
ausgeschaltet werden.

Der aktive Suchlauf, der jedes Mal nach Öffnen des Squelch aktiviert wird, 
und mit dessen Hilfe während der ersten 200 Millisekunden die das stärkste 
Signal liefernde Empfangsantennenkonfiguration ermittelt wird, ist auch bei 
einer erkannten Intermodulationsstörung wirksam.

Zu erwähnen ist noch, dass ein derartiger Intermodulation-Detektor in jedem
Relais verwendet werden kann. AudioDelay bietet hier lediglich den Vorteil,
dass auch das in der Zeit zwischen Auftreten des Störsignals und Schalten des
CTCSS-Auswerters auftretende Störsignal nicht über den Relaissender geht.


Weitere Informationen sind im Internet verfügbar:
http://www.mydarc.de/db0ua/html/storungen_dboua_2m.html



73 de Hermann, DK6XH

 


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