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DB0FHN

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DK6XH  > RELAIS   20.07.04 18:02l 78 Lines 4037 Bytes #999 (0) @ DL
BID : K7EDB0ZKA007
Read: GUEST DC5JQ DG8NGN DL5SFI DG9NFL DH1NEK DF5EI DO6NP
Subj: Re: Welche Ant. f. 70cm-Relais?
Path: DB0FHN<DB0MRW<DB0PV<DB0ZKA
Sent: 040720/1641z @:DB0ZKA.#BAY.DEU.EU [Augsburg JN58ki] obcm1.06b2
From: DK6XH @ DB0ZKA.#BAY.DEU.EU (Hermann)
To:   RELAIS @ DL
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Hallo Roman und Mitleser,

wenn ich Dich richtig verstanden habe, möchtest Du getrennte Antennen
für TX und RX. Du wirst aber trotzdem nicht umhin kommen, im TX- sowie
RX-Zweig entsprechende (Notch-)Filter einzubauen, damit Du auf die 
mindestens erforderliche Entkopplung (etwa 90 dB) kommst, denn mit 
getrennten Antennen (so wie Du das planst) sind kaum mehr als 
max. 40 dB erreichbar. Dies wären bei einer TX-Leistung von 15 Watt
mehr als 0 dBm am Empfängereingang - also viel zu viel! 

Sind RX und TX nicht ausreichend entkoppelt, so wirkt sich das auf den 
Empfänger aus: Anteile der Sender-"Rauschglocke" auf der Eingabefrequenz 
desensibilisieren den RX und das unzureichend unterdrückte TX-Signal 
kann zu Blocking, IM-Störungen usw. führen.

Der geringste Aufwand wäre: Gemeinsame Antenne  - vielleicht eine 
kollineare oder mehrere Einzelantennen übereinander gestockt (die
Meinung Roccos, dass dabei "viele dB verloren gehen" teile ich nicht,
solange die Zusammenschaltung technisch korrekt erfolgt) - für TX 
und RX in Verbindung mit einem Duplexer (Weiche). Zum Beispiel: 
PROCOM DPF70/6, 2x3 Topfkreise, Durchgangsdämpfung ca. 1 dB.

Grundsätzlich ist dabei zu bedenken, dass Filter- und Leitungsdämpfungen
im RX-Zweig durch nichts mehr auszugleichen sind - da nützt auch ein
"Vorverstärker" nichts; was weg ist, das ist weg und es wird allenfalls
das Rauschen verstärkt. Hier sollte man auf jedes Zehntel dB achten; also 
nicht beim Koaxkabel sparen. Senderseitig ist das nicht so tragisch - 
sollten 3 dB Verlust zusammenkommen, so macht man halt entsprechend mehr
Senderleistung, um auf die zulässige Strahlungsleistung zu kommen.

Zurück zu Deinem eigentlichen Anliegen. Wenn Du Du Dein Vohaben dennoch 
mit getrennten Antennen umsetzen möchtest, solltest Du beachten: 
Die für Relaisfunkstellen legal zulässige maximale Sendeleistung ist auf 
15 W ERP begrenzt; das sind etwa 25 W EIRP. Dabei spielt es keine Rolle, 
ob diese ND erfolgt, also über 360 Grad, oder partiell in bevorzugte 
Richtung(en); es dürfen aber in keine Richtung mehr als 15 W ERP sein.

Eine bestimmte Hauptstrahlrichtung beim Senden ist daher in der Regel 
nicht sinnvoll und Nicht-Rundstrahlcharakteristik der TX-Antenne ist 
eigentlich eher ein unausweichlicher Kompromiss, den man notgedrungen 
eingeht, wenn die Antenne seitlich am Mast oder mehrere Antennen um 
denselben montiert werden müssen.

Beachten solltest Du auch die Ausgewogenheit zwischen Relais-TX und -RX.
Es wäre unsinnig, zum Beispiel mittels (gestockter) Richtantennen mit 
vielleicht 13 dB Gewinn 200 W ERP in eine Richtung zu blasen. Dort hört
vielleicht jemand das Relais gerade rauschfrei, kann aber mit seinem 
Handfunkerät mit 2 Watt am Relaisempänger womöglich gerade mal die
Rauschsperre öffnen. Und auch immer daran denken: die tatsächliche
Empfängerempfindlichkeit des Relais wird aufgrund Filterdämpfungen in 
der Regel etwas geringer sein, als jene bei den Usern, die über das 
Relais arbeiten. Du erkennst, dass es nicht nur um die "Versorgung der
Täler" durch Dein Relais geht, sondern auch um die Versorgung des
Relais aus den Tälern haraus.

Empfangsseitig hingegen kann es durchaus Sinn machen, bestimmte Richtungen
zu bevorzugen; zum Beispiel AntennenDiversity: das heißt, es werden
mehrere Empfangsantennen (das können auch Yagis sein) installiert, die
permanent gescannt werden. Sobald das Relais ein Signal empfängt, wird
überprüft, welche Antenne das stärkste Signal liefert und permanent an
den RX geschaltet. Wie das grundsätzlich am Beispiel des Augsburger 
2m-Relais DB0UA funktioniert, kannst Du Dir dort ansehen:
http://www.darc.de/distrikte/t/01/db0ua.htm

Aber für den Anfang würde ich - wie schon Rocco - Dir empfehlen, erst 
mal mit einfacher Rundstrahlantenne Erfahrungen zu sammeln. Keine Sorge:
Die Arbeit geht erst richtig los, wenn Du die Anlage zum ersten Mal in
Betrieb genommen hast ;-)


73 de Hermann, DK6XH
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