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DK6XH > RELAIS 01.02.04 09:25l 198 Lines 9159 Bytes #999 (0) @ DL
BID : 12EDB0ZKA006
Read: OE5RCO GUEST DL5SFI DB0FHN DF5EI DO6NP
Subj: DB0UA News - 01.02.2004
Path: DB0FHN<DB0RGB<DB0AAB<DB0ZKA
Sent: 040201/0729z @:DB0ZKA.#BAY.DEU.EU [Augsburg JN58ki] obcm1.04beta51
From: DK6XH @ DB0ZKA.#BAY.DEU.EU (Hermann)
To: RELAIS @ DL
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Hallo allerseits,
hier mal wieder ein paar Informationen ueber DB0UA und speziell zum
EchoLink Gate.
Die bisherigen Erfahrungen seit nunmehr ueber einem halben Jahr Betrieb mit
dem EchoLink-Gate am Augsburger 2m-Relais DB0UA haben gezeigt, dass der
EchoLink-Betrieb ueber Relais nicht unproblematisch ist. Da ist zunaechst
einmal der unvermeidbare "Spieltrieb" einiger Zeitgenossen, der mitunter
einen vernuenftigen Betrieb erschwert bis voellig unmoeglich macht.
Aber - und da bin ich mir ziemlich sicher - es ist nur eine Frage der Zeit,
bis sich das normalisiert. Auch wissen offenbar viele (noch) nicht, dass
EchoLink laengere Umschaltpausen benoetigt.
Gravierende Maengel offenbaren sich beim EchoLink-Betrieb ueber Relais, weil
die Software dafuer eigentlich nicht geschrieben wurde. Einige Beispiele:
Irgend jemand connected ein Relais auf dem gerade lokaler Betrieb laeuft und
die Benutzer lassen viel zu kurze Umschaltpausen. Die Folge ist, dass man
solche Verbindungen kaum trennen kann und es dauert mitunter recht lange,
bis sie ein Ende finden.
Wohl deshalb haben etliche SysOps von EchoLink-Repeatern den Zugang anderer
Relais auf ihr System gesperrt. Nicht besonders sinnvoll, wie ich meine,
denn gerade solche Verbindungen sind fuer FUNKamateure interessant, um die
Sache nicht gaenzlich zur reinen PC to PC Kommunikation verkommen zu lassen.
Eine Verbindung zu EchoLink wird bei der Mikrofonuebergabe durch einen
"freundlichen" Zeitgenossen mittels DTMF-Taste "#" getrennt.
Wenn der Gespraechspartner am anderen Ende an seinem PC sitzt, bemerkt er
das, aber wenn die Verbindung von Relais zu Relais geht, bekommt man oft
gar nicht mit, dass die Verbindung laengst nicht mehr besteht.
Ein weiterer Umstand ist die Tatsache, dass "die ganze Welt" mithoeren kann
und so die bislang gewohnte "Vertrautheit" der Gespraeche nicht mehr gegeben
scheint. Hinzu kommt noch die Sorge etlicher User, auf einem solchen Relais
womoeglich von einem "Ami" angesprochen zu werden - nachdem das eigene
Englisch etwas holprig ist, befuerchtet man, sich zu blamieren und meidet
dieses Relais ganz.
"EchoLink ueber ein Relais ist ganz grosser Kaese ..." - das ist
mittlerweile das Fazit, das nicht wenige User ziehen.
Nachdem das Programm EchoLink ueber eine Programmierschnittstelle zum
implementierten COM Automationsserver verfügt, habe ich ein VB-Script
geschrieben, um diese Anwendung den speziellen Anforderungen, welche
der Relaisbetrieb mit sich bringt, anzupassen.
Nachfolgend eine kurze Beschreibung der Funktionen, die beim
AugsburgerRelais DB0UA realisiert wurden:
1. Lokaler Betrieb hat absoluten Vorrang
----------------------------------------
- Wenn keine EchoLink-Verbindung besteht, wird der EchoLink-Zugang
etwa zehn Sekunden nach Beginn einer lokalen Sendung deaktiviert.
- Wer in dieser Zeit das Relais ueber EchoLink connecten will, erhaelt
die Rueckmeldung "Busy".
- Ein Zugang zu EchoLink vom Relais aus ist dann auch nicht mehr moeglich.
Die DTMF-Steuerfunktionen sind ebenfalls deaktiviert.
- Voraussetzung ist allerdings richtiger Funkverkehr - nur Offenhalten
des Relais durch kurze Traegertastungen bewirkt nichts.
- Etwa 60 Sekunden nach Beendigung der lokalen Verbindung
(wenn eine Minute nicht mehr gesprochenn wird) wird EchoLink
wieder aktiviert.
- Ob EchoLink aktiviert bzw. eine Station connected ist, kann durch
Aussendung der DTMF-Folge "08" abgefragt werden.
- Erfolgt keine Rueckmeldung, so ist EchoLink deaktiviert.
Ansonsten kommen die Meldungen
- "Nicht verbunden - letzte Station: W3GWW" wenn keine Station
connected ist, bzw.
- "Verbunden mit: DL1XYZ", wenn eine EchoLink-Verbindung besteht.
2. Disconnect
-------------
- Die Disconnect-Funktionen mit DTMF "#" (Disconnect der zuletzt hinzu
gekommenen Station) sowie "##" (Disconnect alle) steht wieder zur
Verfuegung, nachdem ich diese wegen "Spielereien" deaktiviert hatte.
- Ein Disconnect findet nur dann statt, wenn er tatsaechlich gewollt ist.
- Wichtig hierbei ist, dass man sich bei der Mikrofonuebergabe nicht
von dazwischen gedrueckten Rauten (# oder ##) beeindrucken laesst
und SOFORT weiterspricht.
- Ein erfolgreicher Disconnect wird durch eine in der Frequenz abfallende
Tonfolge erst etwa vier bis sieben Sekunden nach Aussendung von DTMF #
bzw. ## signalisiert.
- Durch sofortiges Aussenden der DTMF-Folge "09" kann ein Reconnect
zur abgeworfenen Station erfolgen. Diese DTMF-Folge ist jedoch nur
max. eine Minute wirksam. Dies soll verhindern, dass zu einem spaeteren
Zeitpunkt diese Station "unbeabsichtigt" wieder connected werden kann.
3. Automatischer Disconnect
---------------------------
- Connects zu Relais oder Links, die bewusst oder unbewusst hergestellt
werden, auf denen gerade Betrieb ist und keine oder zu kurze Umschalt-
pausen gelassen werden, so dass lokale Benutzer von DB0UA kaum eine
Moeglichkeit haben, diese anzuwerfen und auch der lokale Betrieb
blockiert ist, werden unweigerlich nach einer bestimmten Zeit
(momentan nach max. 120 s) getrennt.
- Nachdem vom laufenden Betrieb ein "Zeitprofil" aufgezeichnet und laufend
ausgewertet wird, kann es vorkommen, dass derartige Trennungen auch bei
gewollten EchoLink-Verbindungen vorkommen koennen, wenn beispielsweise
nahezu nur die EchoLink-Station sendet und so eine Unausgewogenheit der
Sprechzeiten zustande kommt.
Es wurden noch weitere Funktionen integriert, wie die Ansage von
Informations- und Hilfetexten zu verkehrsarmen Zeiten, ein Zeitzeichen
zur vollen und halben Stunde sowie einigen Fernsteuerfunktionen.
Interessenten koennen das Script "EchoLinkPlus.vbs" zusammen mit
einigen wav-Dateien von
http://de.groups.yahoo.com/group/echolink-sysop-dl/files/
herunter laden. Zur Konfiguration und Anpassung der Parameter an das
eigene System ist allerdings etwas Programmiererfahrung erforderlich;
ein Konfigurationsmenue werde ich hierzu nicht erstellen.
Die Informations- und Hilfetexte fuer DB0UA werden ab ca. 10. Februar
verfuegbar sein.
Abrufbar ueber die DTMF-Folgen "*0" bis "*9" -
taeglich nachts von 22.00 Uhr bis 7:00 Uhr morgens.
Bei Missbrauch (= staendiges Geplapper, das die Zuhoerer nerven soll)
deaktiviert sich die Sache automatisch, wie auch die Abfrage der
staendig verfuegbaren StationInfo und Zeitansage.
Hier noch mal die wesentlichen EchoLink-Parameter fuer
DB0UA (EchoLink-Gate-Node Number 14422):
Zeitbeschreankungen
-------------------
Zeitlimit bei lokalen Verbindungen (normaler Relaisbetrieb)..: kein Limit
Zeitlimit bei Senden und Empfangen EchoLink ("Quasselsperre"): 240 Sekunden
Zeitlimit bei Leerlauf (Inactivity Timeout)..................: 30 Sekunden
Zeitlimit fuer "Nur-EchoLink-Sendungen"......................: 120 Sekunden
DTMF-Befehle
------------
Connect EchoLink-Teilnehmer connecten - Node-Nummer Ziffer
Random xx Zufallswahl Node/Link/Conf/User, etc nicht moegl.
Status Ausgabe Rufzeichen connected/disconnected 08
Reconnect Wiederherstellung der Verbindung zur zuletzt
connecteten Station (nur 60 s verfuegbar) 09
Disconnect Disconnected die zuletzt hinzu gekommene Station #
Disc. Alle Disconnected alle EchoLink-Stationen ##
StationInfo Information ueber DB0UA *
Akt. Zeit Gibt die aktuelle Zeit aus **
Info/Hilfe Informationen ueber DB0UA und EchoLink *0 bis *9
(ab ca. 10.02.2004 verfuegbar)
Die DTMF-Toene sind derzeit noch ueber die Relais-Ausgabe hoerbar. Dies
laesst sich aufgrund der derzeitigen Konfiguration nicht vermeiden.
Nach Inbetriebnahme des 23 cm - Links DB0UAA (die Genehmigungsprozedur
hierfuer ist immer noch nicht abgeschlossen) werden diese - wie heute
schon 1750 Hz Ruftoene - nicht mehr ueber die Relais-Ausgabe hoerbar sein.
Und schliesslich noch eine Bitte: lasst bei den Mikrofon-Uebergaben
ausreichend lange Umschaltpausen.
Wartet bitte immer das AOS-Signal von DB0UA ab, bevor Ihr die Sendetaste
drueckt. Dies ist insbesondere bei EchoLink-Verbindungen erforderlich, weil
sonst u. U. die AntennenDiversity keinen Suchlauf starten kann und die
Station dann womoeglich verrauscht ueber das Relais kommt.
Und noch eine Anmerkung: Einige Funker haben es als "bodenlose Unver-
schaemtheit" bezeichnet, dass im DB0UA-Infotext darum gebeten wird, das
eigene Rufzeichen zu nennen. Mir persoenlich ist es voellig Wurscht, ob
jemand sein Rufzeichen nennt oder nicht (Stimme und Fingeprint sind eh
meist eindeutig), aber unabhaengig von der Tatsache, dass Gesetz und
Vorschriften die Nennung des eigenen Rufzeichens bei jeder Aussendung
- also auch bei der Aussendung von DTMF-Steuertoenen! - zwingend vor-
schreiben, ist es eine Frage der Hoeflichkeit und des Anstandes gegenueber
den anderen (zuhoerenden) Funkamteuren, kein Geheimnis daraus zu machen,
wer man ist.
Soweit fuer heute - fuer Anregungen und Tipps immer offen und dankbar -
73 de Hermann, DK6XH
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