| |
DL6XB > RELAIS 23.07.03 06:39l 80 Lines 4473 Bytes #999 (364) @ DL
BID : HIES44DB0HHB
Read: DF2EL GUEST DB0FHN
Subj: Gleichwellenfunk 3.Teil
Path: DB0FHN<DB0RGB<DB0FSG<DB0PV<DB0MRW<DB0ERF<DB0ABZ<DB0XPO<DB0FC<DF0HMB<
DB0HHB
Sent: 030722/0421z @:DB0HHB.#HH.DEU.EU [HH-Bergedorf JO53cm] DP6.00 $:HIES44DB0
From: DL6XB @ DB0HHB.#HH.DEU.EU (Berni)
To: RELAIS @ DL
X-Info: Einspielung ohne Passwortschutz
Hier folgt der 3. und letzte Teil:
Die Empfaenger
Da es sich um zwei vollwertige Relaisfunkstellen handelt, gibt es auch zwei
Empfaenger, die das Unterband empfangen, auf dem der Relaisbenutzer sendet. Da
wir eine Auswahl der beiden Empfangssignale vornehmen wollen, um auch auf dem
Empfangsweg einen Auffuelleffekt, eine Empfangsdiversity, zu erreichen, muessen
beide Signale auf Ihr Rauschmass (Feldstaerke) hin beurteilt werden. Diese
Beurteilung der beiden Empfangssignale geschieht in der Hauptstelle. Hierzu
wird das Empfangssignal der Nebenstelle auf einem Teil des 23cm Zubringers zur
Hauptstelle transportiert.
Empfaengerauswahl
Wuenschenswert ist, dass von beiden Empfaengern das jeweils augenblicklich
rauschaermere ("bessere") Signal zum Sender durchgereicht wird. Das macht eine
objektive Bewertung beider Signale erforderlich. Die Erfassung der
Signalqualitaet erfolgt zentral in der Hauptstelle. Von der Nebenstelle muss
also das Empfaengersignal inklusive der Rauschinformation zur Hauptstelle
uebertragen werden. Dies erfordert eine NF-Bandbreite von etwa 8 kHz, damit ein
hinreichend grosser Anteil der Rauschinformation zur Auswertung zur Verfuegung
steht. Da die Linkstrecke einen sehr guten Stoerabstand aufweist, ist ein
relativ geringer Frequenzhub von ca. +-2 kHz ausreichend. Dies haelt die
Gesamtbandbreite mit etwa 25 kHz in einem ertraeglichen Rahmen. Es ist jedoch
erkennbar, dass mehr Bandbreite erforderlich ist, als zur Uebertragung eines
einfachen Sprachsignals notwendig waere. Ein generelles Problem bei
Empfaengerbewertung ueber den Rauschabstand ist, dass pro zusaetzlichem
Empfaenger je eine weitere 23cm-Frequenz erforderlich ist. Bei weiterem Ausbau
muss deshalb nach Verfahren gesucht werden, die mehrere Empfaengerzubringer auf
einer Frequenz ermoeglichen. Dies ist in jedem Fall ein Kompromiss bezueglich
der Geschwindigkeit und Objektivitaet der Auswahl. Mit steigender Zahl von
Empfangsstellen wird es aber unumgaenglich werden.
Linkstrecke auf 23cm
Als Linkstrecke wird ein LinkTRX III nach DF9IC verwendet. Die Strecke wird
vollduplex betrieben, da beide Richtungen gleichzeitig erforderlich sind.
Durch die relativ geringe Entfernung beider Standorte ist der Stoerabstand hoch
genug, so dass dieser in weiteren Betrachtungen als beliebig gut angesehen
werden kann. Aus diesem Grund kann ein geringer Frequenzhub verwendet werden,
der zwei Vorteile bietet. Zum einen ist dadurch die belegte Bandbreite
begrenzt. Insbesondere beim Empfaengerzubringer ist dies ein wichtiger Punkt.
Zum anderen gehen die Eigenschaften des ZF-Filters und auch des Modulators
wenig in die Linearitaet und den Phasengang des NF-Signals ein. Dies ist ganz
entscheidend fuer den Zubringer des Sendesignals, da hier keinesfalls
nichtlineare Verzerrungen entstehen duerfen.
Ausblick
Die besiedelten Gebiete des Landkreises Miesbach (und der angrenzenden
Landkreise Bad Toelz und Rosenheim) sind im derzeitigen Ausbauzustand relativ
gut versorgt. In den abgeschatteten Gebirgstaelern suedlich des
Relaisstandortes besteht jedoch generell eine sehr schlechte Funkversorgung.
Dies bezieht sich nicht nur auf den Einzugsbereich von DB0PM, auch andere
Relaisstellen auf 70cm und 2m sind hier nicht zu hoeren. Daher erscheint es
wuenschenswert, auch diese Gebiete mit zusaetzlichen Relaisnebenstellen zu
versorgen. Es gibt eine Reihe von Bergen, die als Standorte fuer einen weiteren
Ausbau in Richtung der Gebirgsregion geeignet waeren. Die meisten davon sind
jedoch voellig ohne Bebauung und bieten daher keine Infrastruktur. Eine
freistehende Station in einem Naturschutzgebiet zu errichten, ist in der
heutigen Zeit als praktisch unmoeglich zu werten und auch nicht wuenschenswert.
Im Mittelpunkt des Interesses stehen daher zwei Standorte, die zwar beide
keinen Strom, wohl aber eine vorhandene Holzhuette aufweisen. Dies ist zum
einen der Hirschberg (oberhalb von Bad Wiessee) und zum anderen der Rosskopf
(oberhalb des Spitzingsee).
Danksagung
Abschliessend moechte ich allen Beteiligten fuer ihre Hilfe bei der
Realisierung dieses grossen Projektes danken. Besonderer Dank gilt Peter DJ1CC,
(gesamte Mechanik, Aufbau) und meinem Freund Flori, DL8MBT, (gesamte
NF-Aufbereitung, Ablaufsteuerung, Abgleich, gesamte Verdrahtung, etc.). Ohne
ihn und seine vielfaeltigen Faehigkeiten waere das Projekt nie machbar gewesen.
Gunnar Sircar, DD5KI
Read previous mail | Read next mail
| |