OpenBCM V1.13 (Linux)

Packet Radio Mailbox

DB0FHN

[JN59NK Nuernberg]

 Login: GUEST





  
DK3CZ  > IMKER    11.05.97 11:28l 135 Lines 6944 Bytes #999 (999) @ DL
BID : B57DB0MAK003
Read: DL3NAJ DK3CZ DL1BJG DG1MLU DL9ABL PA3CZW DG6SBG DL4AI DF3EH DG4BUL
Read: DG1RH GUEST
Subj: Monat Mai
Path: DB0MAK
Sent: 970511/0823z @:DB0MAK.#BAY.DEU.EU [Marktredwitz, JO60BA] BCM1.38j
From: DK3CZ @ DB0MAK.#BAY.DEU.EU  (Walter)
To  : IMKER @ DL
X-Info: No login password

                     Der Wonnemonat Mai!
 
Lieber Funk-u.Imkerfreunde
 
In diesem Monat gibt es viel zu tun, packen wir,s an!
Zunächst konzentrieren wir uns erst einmal auf das Erweitern dann 
kommt die Schwarmverhinderung, alles ganz dicht beieinander.
Hier legen wir bereits fest ob es zum Schwarm kommt oder nicht.
Der aufmerksame Imker muß jetzt behutsam, aber schnell erweitern. 
Die Natur spielt in diesem, Jahr mal wieder völlig verrückt. 
Völker die stark aus dem Winter kamen sind oft dem Verhungern 
nahe, mir ist vor zwei Wochen das stärkste Volk mit 7 Waben Brut 
verhungert. Das ist mir in meinen letzten 23 Jahren noch nie 
passiert!!
Eigentlich wäre es jetzt an der Zeit, bei uns hier im 
Mittelgebirgsraum, die Völker zu erweitern aber davon sind wir 
noch 1-2 Wochen hinten entfernt.
Überall ist der Löwenzahn und die Obstblüte in vollem Gange, aber 
die Flugtätigkeit hält sich wegen der geringen Tagestemperaturen 
sehr in Grenzen. Trotzdem konnte ich beim Waagvolk in drei Tagen 
1 kg Zunahme registrieren.  
Es sicheres Rezept für die Schwarmverhinderung gibt es nicht, da 
spielt der Volkszustand, der Standort, die Tracht aber auch das 
Wetter eine große Rolle. Dann ist es entscheident ob der Imker 
die Bienen am Haus oder weit weg irgendwo im Gelände stehen hat.
Ein Wochenendimker muß seine Bienen ganz anders führen als jemand 
der die Bienen zu Hause stehen hat.
Jeder Schwarm ist in der Regel unerwünscht, weil er auf jeden 
Fall das Volk schwächt. Es gibt viele Möglichkeiten einen Schwarm 
zu verhindern, jede hat Vor- u. Nachteile. Das Volk wird aber auf 
jeden Fall in seine Entwicklung gehemmt. Das hat wiederum 
auswirkungen auf den Honigertrag. Die Schwarmverhinderung muß auf 
jeden Fall gekonnt durchgeführt werden sonst richten wir nur 
Schaden an und der Schwarm hängt an irgendeinen Baum oder 
Strauch.
Wenn die Schwarmverhinderung zu spät eingeleitet wird haben wir 
keinen Erfolg, das Volk produziert immer wieder Weiselzellen. 
Deshalb ist ein gezielter Eingriff immer noch das kleinere Übel.
Wenn das rechtzeitig geschieht können wir immer noch auf eine 
gute Waldhonigernte hoffen.
Deshalb ist die beste Schwarmverhinderung, Raum geben!
Da sind Imker mit einem Bienenhaus im Vorteil, denn sie können 
die Magazine gefahrlos in der Höhe regelrecht stapeln. Da sieht 
man nicht selten oft vier Magazine übereinander stehen.
Übrige Pollenbretter sollten wir rechtzeitig entfernen, denn sie 
wirken oft wie eine Sperre für die Königin. Wenn kein Platz mehr 
vorhanden ist sollten sie zur Seite gestellt und durch 
Mittelwände oder jung ausgebaute Waben ersetzt werden.
Auf jeden Fall sollte in jedem Volk eine richtige Drohnenwabe 
ihren Platz haben. Erstens wegen der Varroa, die sich bevorzugt 
dort sehr viel schneller weiterentwickelt und zweitens braucht 
ein gesundes Volk die Drohnen für ihr Wohlbefinden.
 
     40 Tage nach dem ersten Drohnei kommt der Schwarm. 
 
Eine gute Lösung für die Schwarmverhinderung ist das Schröpfen.
Dem starken Volk entnimmt man verdeckelte Brutwaben und ersetzt 
sie durch Leerwaben, um der Königin Platz zum Legen zu geben und 
die Ammenbienen haben die Möglichkeit ihren Futtersaft wieder 
loszuwerden. Die entnommenen Brutwaben kann man dann schwächeren 
Völkern zugeben oder zur Ablegerbildung verwenden. Diese sollten 
in dieser Jahreszeit bei jeder sich bietenden Möglichkeit gemacht 
werden.
Findet man in einem Volk bereits Weiselzellen die mit Maden im 
fortgeschrittenen Stadium sind, so sollte man einen 
Königinenableger machen. Jetzt muß nach der Königin gesucht 
werden. Diese kommt in einen Ablegerkasten. Jetzt hängt man noch 
Waben mit auslaufender Brut dazu, vorher auf ev.versteckte 
Weiselzellen untersuchen, außerdem müssen jetzt noch Futterwaben 
an die Außenseiten (Randwaben) und Leerwaben dazugehängt werden, 
die man vorher gut mit Wasser besprüht.Da die Flugbienen bei 
diesem Eingriff sowieso wieder auf den Standort zurückfliegen 
sollte man noch ein paar besetzte Waben in den Kasten stoßen.
Damit die Königin weiterbrüten kann muß das Volk gefüttert 
werden. 
Aber Vorsicht!!! Am besten man bringt diesen Ableger an einem 
anderen Stand um die Räuberei zu verhindern. Auf jeden Fall das 
Flugloch stark einengen. 
Nun kann man entscheiden ob man im Restvolk die Königinen 
weiterpflegen läßt oder ganz entfernt. Wenn das Volk ein 
Schwarmteufel  war sollte man alle Weiselzellen ausbrechen und 
ein Zuchtrahmen mit guten Bienenmaterial zugehängt werden. Davor 
sollte man aber nochmal ein Woche warten und ev. angeblasene 
Weiselzellen nochmals ausbrechen. So ein Volk eignet sich gut für 
die Zucht. Nach neun Tagen kann man dann die Weiselzellen 
verschulen, auch das Pflegevolk behält eine Weiselzelle.
Trotz aller möglichen Verhinderungsmaßnahmen kommt immer mal 
wieder ein Schwarm vor. Das ist ein herrliches Naturereignis.
In der Regel wird empfohlen der Königin ein drittel ihres 
Vorderflügels mit einer scharfen Schere zu kürzen. So kann sie 
nicht mehr fliegen und fällt vor den Stand und bleibt in der 
Regel auch liegen und wird weiter gepflegt. Das erleichtert dann 
die ganze Sache. Der Schwarm zieht bis zum abend wieder in den 
Kasten.  
Ein Schwarm mit einer begatteten Königin sitz nie sehr hoch und 
läßt sich in der Regel leicht einfangen. Hier sollte natürlich 
ein geeigneter Schwarmfangkasten vorhanden sein.
Der Schwarm wird unter zuhilfenahme von Wasser schon feucht 
gehalten damit er nicht auffliegen kann. Wenn man die Königin 
gleich erwischt kann man getrost zusehen wie der Schwarm nach und 
nach in den Kasten einzieht. Mit dem Schwarmfangkasten geht es am 
allerbesten, so man nah genug an den Schwarm herankommt, weil die 
Königin nicht mehr ausreißen kann.
Den Schwarm stellt man nun am besten dunkel und kühl, ca 2 Tage 
und schlägt ihn dann in eine Beute, nur mit Mittelwänden und ev. 
mit einer ausgebauten Wabe ausgestattet, ein. Man kann natürlich 
den Schwarm, wenn er zu klein ist wieder in das abgeschwärmte 
Volk zurückgeben, man muß nur die Königin herausfangen. Wenn man 
die Königin käfigt wird sich das Volk bald auf die Suche nach der 
Stockmutter machen und wird zu der Beute zurückkehren wo es 
ausgezogen ist. So kann man dann, auf Grund des Andranges, 
feststellen wo der Schwarm ausgezogen ist. Danach kann man 
entscheiden ob man eine Weiselzelle drin läßt und so eine junge 
Königin im Volk hat.
Die alte Stockmutter kann man, wenn sie es wert ist, in einem 
Ableger weiterverwenden.
 
So das war,s mal wieder. Ich wünsche uns allen daß es ein gutes 
und erfolgreiches Bienenjahr wird.
 
73 de Walter, DK3CZ
 
 
   
 
Im letzten Jahr habe ich z. bsp. schon am 20. Mai die Honigräume 
aufgesetzt und am 6.Juni schon erstmals geschleudert, davon bin 
ich heuer weit entfernt. alle Völker sitzen noch auf einem 
Brutraum nur ein Volk hat zweiräumig überwintert.
  
 
 
 Die späte Einspielung bitte ich zu entschuldigen, hatte viel Stress
zu Hause, Hochzeit des Harmonischen!


Read previous mail | Read next mail


 28.01.2026 15:27:59lGo back Go up