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DL4AI  > IMKER    09.05.97 09:20l 83 Lines 3302 Bytes #999 (999) @ DL
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Liebe Bienenfreunde,
hier gebe ich einen Bericht weiter, den ich einmal nach 
einem Vortrag geschrieben habe. Einige Wiederholungen 
bitte ich zu entschuldigen, da ich aus zwei Berichten 
einen gemacht habe.



Ein Superhirn - so groß wie ein Stecknadelkopf
Untersuchungen über das Gehirn einer Biene
Vortrag des Imkerverein



Der Imkerverein Verden hatte wieder zu einem Vortrag 
eingeladen. Frau Dr. Dorothea Brückner und Herr Dr. 
Hartmut Schmidt-Uhlenkamp von der Universität Bremen 
behandelten in einem Vortrag die Verständigung der Bienen.

Eine Biene wiegt nur ein zehntel Gramm und hat ein Gehirn
von einem Kubikmillimeter, da sollte man doch annehmen, da
paßt nicht viel rein. Weit gefehlt, die Bienen sind in der
Lage bis zu 700 verschiedene Düfte zu speichern. Sie
können, wenn eine Biene eine interessante Nahrungsquelle
gefunden hat, die Entfernung, den Richtungswinkel für den
Flugweg nach der Nahrungsquelle und den Duft an eine
andere Biene weitergeben, damit diese den Weg dorthin
findet. Bienen können außerdem sich auch die Zeit merken,
wann eine Nahrungsquelle am meisten Nektar spendet. Diese
Beobachtungen wurden allerdings schon vor langer Zeit
gemacht und festgehalten. Aber Wissenschaftler haben keine
Ruhe, wenn sie Wirkung und Ursache nicht genau kennen. Man
wollte wissen, ob diese Verhaltensweisen vorgegeben sind
oder ob die Bienen dieses lernen können. Die meisten
Informationen nimmt die Biene mit ihren Fühlern auf. Sie 
kann mit den Fühlern "Stereo" riechen. Von hier gehen die 
Informationen über die Nervenbahnen zu dem Gehirn der
Biene. Dieses Gehirn besteht aus verschiedenen Teilen und
ist bei der Honigbiene hochentwickelt. Durch plötzliche 
Kühlung kann man im Gehirn der Biene auch nachvollziehen, 
welche Wege die aufgenommenen Reize in den Nervenbahnen 
nehmen. Alle Zuhörer dieses Abends waren sicherlich 
beeindruckt, daß man in diesem winzigen Gehirn Messungen 
vornehmen kann, wie der Informationsfluß bei einer 
lernenden Biene verläuft. Bei diesen Untersuchungen 
stellte sich heraus, daß eine Biene in ihrem kurzen Leben 
erstaunlich viel lernt und man durchaus von einem 
intelligenten Tier sprechen kann.

Die Bienen verfügen über ein vorzügliches Gedächtnis.
Mit wenigen Orientierungsflügen können sie sich ihre
Umgebung einprägen und finden nach ihren 3 - 5 km langen
Ausflügen immer wieder in ihre Behausung zurück.
Während die Orientierungsfähigkeit angeboren ist, müssen
die Orientierungsmarken, also die Wegweiser, erlernt
werden. Ebenfalls wird die Zeit, wann eine Nahrungsquelle
honigt, gelernt.

Frau Dr. Dorothea Brückner berichtete von weiteren
Versuchen, bei denen man feststellte, daß Bienen auch
hören können. Mit einer künstlichen Computerbiene wurden
Informationen an Bienen weitergeben, die von den Bienen
verstanden wurden.

Die Zuhörer gingen mit einer gestiegenen Hochachtung vor
diesem kleinen Tier nach Hause und wundern sich nicht
mehr, daß die Biene eine eine so köstliche und gesunde
Nahrung mit nach Hause bringt, die viele Menschen zu
schätzen wissen.   bod



Euch wünsche ich einen schönen Feiertag. Bleibt alle schön 
nüchtern.

Beste Grüße von                      Günter DL4AI



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