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DK8FI  > IMKER    10.01.97 14:37l 103 Lines 5108 Bytes #999 (999) @ DL
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Subj: Re: "Mittelwände"
Path: DB0MAK
Sent: 970110/1233z @:DB0MAK.#BAY.DEU.EU [Marktredwitz, JO60BA] BCM1.38
From: DK8FI @ DB0MAK.#BAY.DEU.EU  (Edi)
To  : IMKER @ DL
Reply-To: DK8FI @ DB0NDK.#NRW.DEU.EU
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        Hallo Günter (DL4AI) und alle Freunde unserer Runde !

Die  von  Günter bisher praktizierte und beschriebene Betriebsweise
ist  sicher optimal. Die völlige oder teilweise Einsparung der Mit-
telwände  kann  daher  nur  der Arbeitserleichterung und Rationali-
sierung dienen. Sie ist zusätzlich ein Schritt in Richtung naturge-
mäße  Bienenhaltung.  Nun  kann man nicht einen Schwarm oder Kunst-
schwarm in eine Beute völlig ohne Mittelwände, Anfangsstreifen oder
Altwaben  setzen.  Dann  nämlich besteht die Gefahr, daß die Bienen
sich nicht an die Richtung der Rähmchen halten. Die Waben verlaufen
dann Quer durch die Rähmchen und von Arbeitserleichterung kann kei-
ne Rede mehr sein.
Nun sind wir ja Imker, die schon ausgebaute Rähmchen besitzen. Wenn
wir nun diesen Vorteil nutzen wollen, ergibt sich folgende Möglich-
keit. Bei den Erweiterungen im fortgeschrittenen Frühjahr bei schon
erstarkten  Völkern  schieben wir gedrahtete Rähmchen ohne Anfangs-
streifen  und  Mittelwände  jeweils zwischen zwei ausgebaute Waben.
Wir  können  so  den Wabenbau der Wirtschaftsvölker ohne Verwendung
von Mittelwänden erweitern und erneuern. Natürlich muß die Erweite-
rung in den Völkern und der Witterung angepaßter Weise erfolgen. Da
ändert  sich an der bisherigen Betriebsweise nichts. Durch das Ein-
hängen  eines  Leerrähmchens zwischen zwei ausgebaute Waben ist für
die  Bienen die Lage und Richtung der zu erstellenden Wabe vorgege-
ben.
Nun möchte ich an dieser Stelle noch die weiteren Fragen von Günter
(DL4AI) beantworten:

 1. Die  Bienen  bauen  dann Drohnen- und Arbeiterinnenbau gemischt
    und  zwar im natürlichen Verhältnis, d.h. überwiegend Arbeiter-
    rinnenbrutwaben.

 2. Die  Baurahmen sind dann überflüssig, weil eben gemischt gebaut
    wird.  Es  sind  ja  jetzt viele Waben Baurahmen. Wenn man noch
    Drohnenwaben hat, kann man die ruhig einsetzen. Die Bienen bau-
    en dann an anderen Stellen weniger Drohnenwaben.

 3. Zur teilweisen Beseitigung der Drohnenbrut wird diese mit einem
    Messer  ausgeschnitten  und  im  Freien ausgelegt oder in einen
    Baum  gebunden.  Es kommen die Meisen und holen sich die Maden.
    Auch die Bienen holen sich was sie brauchen können zurück. 
    Hühner  sind  ganz  scharf  auf die ungeschlüpften Drohnen. Sie
    sind  noch schneller als die Meisen. Aber ich habe leider keine
    Hühner.

 4. Die im Naturbau ausgebauten Rähmchen unterscheiden sich nur un-
    wesentlich  von  solchen mit Mittelwänden oder Anfangsstreifen.
    Sie sind in ihrer Struktur nicht ganz so exakt und symmetrisch.
    Es  wird  oft  behauptet, daß sie beim Schleudern leichter bre-
    chen.  Bei den von uns Hobbyimkern verwendeten 3- oder 4-Waben-
    Tangentialschleudern  mit Gitterkorb treten keine Probleme auf,
    da die Fliehkräfte vom Gitterkorb aufgenommen werden. Großimker
    mit  Selbstwendeschleudern  und Entdeckelungsmaschinen brauchen
    eben exakte und stabile Waben im Honigraum.

Zwischen  der  Verwendung von Anfangsstreifen und dem völligen Ver-
zicht  auf Bauhilfen ist es nur ein kleiner Schritt. Wenn die Rähm-
chen  neu sind und das Oberteil noch nie mit Wachs in Berührung ge-
kommen  ist,  nehmen die Bienen es etwas schwerer an. Ein Auftragen
von etwas Wachs ist dann eine Hilfe.
Bisher  habe  ich aus eigener Erfahrung berichtet. Ich habe Mittel-
wände  nur  in  Sonderfällen noch eingesetzt. Bei der Bildung eines
Ablegers  ist  man  sicher gut beraten, wenn man den wenigen Bienen
die  Errichtung  des  Wabenbaus  durch Mittelwände erleichtert. Ab-
schließend  möchte ich noch zwei Vorschläge anderer Imker unerprobt
weitergeben.

Um  die Bienen zu veranlassen bei Rähmchen ohne Anfangsstreifen die
Mitte des  Oberteils  besser zu finden, ist das Oberteil nicht mehr
quadratisch,  sondern  hat einen dreieckigen Ansatz nach unten. Man
kann in PR nur begrenzt im Textmodus zeichnen. Soweit es ging, habe
ich versucht in Abb. 1 das Oberteil im Querschnitt darzustellen.

Wer  aber  nun  doch  Anfangsstreifen verwenden will, hat sicher so
seine  Mühe diese stabil und rechtwinklig zu befestigen. Zur Lösung
dieses  Problems  wird  in  das  Oberteil  des Rähmchens innen eine
schmale  Nut  eingefräst,  in  die  der Anfangsstreifen eingeklemmt
wird. Einige haben diese Nut auch ganz durchgefräst (s.Abb. 2).


                    Abb. 1            Abb. 2
                   ÚÄÄÄÄÄÄÄÄÄ¿       ÚÄÄÄ¿ÚÄÄÄ¿
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  ÉÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜ»
  ºÛ             Ûº ±  Gesundheit und viel Glück
  ºÛ vy 73 es 55 Ûº ±    im Neuen Jahr, wünscht
  ºÛ             Ûº ±    DK8FI, Edi from Cologne
  Èßßßßßßßßßßßßßßß¼ ±        ®®® JO30MX ¯¯¯
   ±±±±±±±±±±±±±±±±±±     ®®® Köln-Holweide ¯¯¯


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