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DL4AI > IMKER 30.12.96 19:28l 104 Lines 4662 Bytes #999 (999) @
BID : UC6DB0MAK004
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Subj: Wachs! Meine Methode
Path: DB0MAK
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From: DL4AI @ DB0MAK.#BAY.DEU.EU
To : IMKER
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Hallo Imkerkollegen!
Vor Weihnachten startete ich eine Suchmeldung nach Imker-
kollegen, wunderte mich, daß diese nach wenigen Tagen
"verschwunden" war und wiederholte diese. Edi, "die
fleißige Biene" entdeckte die Meldung und machte mich
darauf aufmerksam, daß es Euch gelungen ist, eine eigene
Rubrik in Mailboxen zu bekommen. Das ist eine stolze
Leistung, und ich danke dafür auch den zuständigen Sysops.
Ich hatte zwar erst Schwierigkeiten db0mak-8 zu erreichen,
aber auf ganz verschlungenen Pfaden gelang es mir dann
mühsam.
Gespannt las ich dann die Berichte aus. So ziemlich am
Schluß erfuhr ich, daß die Rubrik auch bei db0gzx
eingerichtet ist. Gzx kann ich gut erreichen. Von dieser
Box hole ich mir schon seit langer Zeit die Wetterdaten.
Besonders interessiert haben mich die Berichte über
die Wachsver- und bearbeitung, da diese ja gerade in
der jetzigen Zeit aktuell sind. Ich weiß viele Wege führen
nach Rom und daher will ich gleich sagen, ich möchte nur
beschreiben, wie ich es mache. Es sollen keine Richtlinien
sein.
Ich behandle gegen die Varroa schon seit einigen
Jahren mit Ameisen-, Milch- und seit diesem Jahr mit
Oxalsäure. Deshalb wollte ich meinen eigenen
Wachskreislauf haben. Ich habe daher schon viel
ausprobiert und mir bei anderen Imkerkollegen angesehen.
Dabei hatte ich immer vor Augen: eine hohe Ausbeute und
möglichst sauberes Wachs, die Drahtung sollte erhalten
bleiben.
Alles unbebrütete Wachs kommt in den Sonnenwachsschmelzer.
Warum? Legt man bebrütete Waben in den Sonnenwachs-
schmelzer, bleibt ein Teil des Wachses zwischen den Nym-
phenhäutchen hängen. Man müßte also den Wachstrester, wenn
man eine hohe Ausbeute haben will, nachbehandeln.
Bevor ich die Waben einschmelze, lege ich diese ein bis
zwei Tage in einen mit Wasser gefüllten Behälter. Waben
werden mit Steinen beschwert. Die Nymphenhäutchen nehmen
dabei Wasser auf und saugen sich daher beim Schmelzvorgang
nicht mit Wachs voll. Außerdem lösen sich wasserlösliche
Schmutzstoffe bei diesem Vorgang.
In einem elektrisch beheizten Einkochtopf tauche ich die
bebrüteten Waben (alte Schuhe, "Blaumann" und
Gummihandschuhe sind dringend zu empfehlen. Möglichst
sollte man es draußen machen, wenn kein Bienenflug ist.
Oder rundherum alles mit Folie auslegen, aber trotzdem
geht immer was daneben!). Wenn die Wabe sich im heißen
Wasser von dem Rahmen löst, bewege ich die Wabe schnell in
Drahtrichtung hin und her oder auf und ab. Damit lösen
sich die Häutchen vom Draht. Bei Bedarf säubere ich mit
einer kleinen Bürste noch das Rähmchen von Kittharz und
Schmutz. Da das ganze Rähmchen nicht in den Topf paßt,
wird es gedreht und ebenso verfahren. Dann klopfe ich das
Rähmchen mit leichten Schlägen auf den Rand des Topfes ab.
Man kann auf diese Art ca. 10-15 Rähmchen bearbeiten. Bei
mehr bleibt zuviel Wachs an den Rähmchen hängen. Bei
größeren Töpfen kann man selbstverständlich mehr
einschmelzen.
-Ich habe in dieser Rubrik gelesen, daß ein Kollege
Waschkessel zur Verfügung hat. Die Gefäße dürfen nicht aus
Eisen oder Zink sein, da sich sonst das Wachs grau
verfärbt, dann kommen wieder die Probleme mit der
Schwefelsäure. Selbstverständlich gehen emaillierte
Gefäße.-
Jetzt könnte man das Wachs mit einem engmaschigen Sieb
abschöpfen und erkalten lassen. Aber ohne Preßvorgang
bleibt immer noch viel Wachs im Trester hängen. Nicht
umsonst gibt es die vielen unterschiedlichen Wachspressen.
Ich hatte noch eine einfache Saftpresse (eine Spindel für
Handbetrieb) und hier fülle ich das flüssige Wachs, das
ich mit dem Sieb von der Oberfläche abschöpfe, ein. Das
flüssige Wachs läuft in einen konischen Kunststoffeimer
und der verbleibende Trester ist ziemlich trocken. Den
Kunsstoffeimer stelle ich in eine Kunststoffzarge mit
Deckel und warte bis zum nächsten Tag. Meistens ist das
Wachs am nächsten Tag noch schön warm, und ich kratze dann
allen Schmutz, der sich an der unteren Seite des
Wachsblocks abgesetzt hat, ab.
Vorteile dieser umständlichen Methode: Drahtung bleibt
erhalten, Rähmchen werden sauber, Nosemasporen und
eventuelle Schimmelpilze werden abgetötet, Wachsmotteneier
werden abgetötet.
Ich achte noch darauf, daß ich Entdecklungs- und
unbebrütetes Wachs von bebrütetem trenne. Das eine
verwende ich für Mittelwände das andere Wachs für Kerzen.
Alles ist sehr mühsam, aber es ist eben unser Hobby.
Bienen haben es auch nicht leicht.
Allen Lesern danke ich für das Interesse. Fragen
beantworte ich gern.
Jetzt muß ich mal sehen, wie ich diesen Bericht nach mak-8
bekomme.
Ich wünsche einen guten Rutsch in das neue Jahr, eßt viel
Honig, damit Ihr alle schön gesund bleibt.
Beste Grüße Günter DL4AI aus Verden
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