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DJ4PG > ESPERANT 28.05.02 22:53l 122 Lines 7020 Bytes #999 (0) @ DL
BID : S52DB0OBK001
Read: GUEST
Subj: ILERA Was ist das?
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Sent: 020528/1626z @:DB0OBK.#NDS.DEU.EU [JO42AG,TheBox,DL1BDY] DB19c1 $:S52DB0O
From: DJ4PG @ DB0OBK.#NDS.DEU.EU (Hans)
To: ESPERANT @ DL
Leider hat der HAM-RADIO-Computer unsere Anmeldung missverstanden.
Deshalb steht im Ausstellerverzeichnis der HAM RADIO im CQDL 6/2002
nur ILERA
Was ist ILERA?
ILERA ist die Internacia Ligo de Esperanto-Radio-Amatoroj.
Wir treiben Völkerverständigung mit Hilfe der internationalen
Sprache Esperanto.
Esperanto ist eine konstruierte Sprache, eine logisch konstruierte
Sprache. Es benutzt eine optimierte Grammatik, eine optimierte Ortografie,
und, soweit das möglich ist, einen optimierten Wortschatz.
Als Ergebnis ist Esperanto ca. 5 mal leichter zu lernen als natuerliche
Sprachen, also: man kommt zu gleicher Kenntnis, zu gleichem Niveau,
in nur 20 Prozent der Zeit. Je nach Kenntnissen in anderen Sprachen kann
der Faktor auch noch erheblich besser sein.
- Ortografie
Das Alfabet des Esperanto beruht auf dem Prinzip "für jeden Buchstaben
nur einen Laut und für jeden Laut nur einen Buchstaben."
Vereinfacht gesagt, wir schreiben schon immer nicht Photo sondern foto.
Wir brauchen nicht zu rätseln, ob ein c wie z in Zitrone, oder als k oder
noch anders wie z.B. in Schule oder Barichello *) gesprochen wird.
Die deutsche Ortografie ist ja ziemlich eindeutig, aber Englisch muss
man praktisch zweimal lernen, einmal mündlich und separat schriftlich.
*) :-) Es spricht sich Barikello, auch wenn der grosse Experte
Niki Lauda penetrant Baritschello sagt.
- Grammatik
Man glaubt als Deutscher nicht, was alles an unserer Grammatik Ausländern
Riesenprobleme macht, und wieviel davon für gute Verständigung entbehrlich
wäre. Und das, ohne dass die Sprache dadurch primitiv würde.
Nur als Beispiel das Substantiv: Genus (Geschlecht) und Deklination.
Esperanto kennt keine unterschiedlichen Formen für männlich, weiblich,
sächlich. Wozu auch? Ein grosser Teil ist eh objektiv falsch oder unklar:
das Weib, die Zeitung, der Mond. Viele natürliche Sprachen haben dies
ebenfalls nicht: Englisch, Japanisch, Chinesisch.
# Insgesamt hat das Esperanto nur 16 einfache Regeln, die ohne Ausnahme
# gelten. Sie passen auf eine Seite DIN A 6 (Postkarte).
- Wortschatz, Wortbildung
Der Wortschatz, d.h. die Wortstämme, sind aus natürlichen Sprachen
entnommen, und zwar gezielt und systematisch solche, die den meisten
schon bekannt sind: vorto,Wort vetero,Wetter sendi,senden amiko,Freund
bona,gut ideo, Idee.
Abwertend wird oft gesagt, Esperanto sei eine Mixtur aus vielen Sprachen.
Das ist bei fast allen Sprachen so: unsere Sprache enthält einen hohen Anteil
Wortstämme aus anderen Sprachen, aus dem Lateinischen z.B.: Fenster, Ziegel,
Mauer, Pforte, ganz abgesehen von den tausenden als solche erkennbaren
Fremdwörtern.
Das Erlernen der Vokabeln wird erheblich erleichtert durch ein System
von Wortbildungs-Silben. Im Deutschen gibt es das auch: aus Glück wird
Unglück, glücklich, unglücklich, glücklicherweise, glücken, verunglücken,
beglücken. Nur funktioniert das bei uns nicht durchgehend und systematisch.
Parallel zum Vorstehenden: Güte, Schlechtigkeit, gut, schlecht, gut,
bessern, verschlechtern. Darin steckt nur wenig System.
Im Esperanto haben wir ca. 30 Wortbildungs-Silben, mit deren Hilfe
man im Durchschnitt aus jedem Wort(stamm) systematisch mehr als fünf
andere Worte bilden kann: Einsparung über 80 Prozent!
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Wie gut ist Esperanto gelungen?
Umberto Eco, Professor und Fachmann für Semiotik, Autor von "Der Name der
Rose", "das Foucaultsche Pendel" u.a., hat das Sprachproblem intensiv
recherchiert.
Das Ergebnis war ein Buch mit dem Titel "Die Suche nach der vollkommenen
Sprache". Darin: Esperanto kommt dem Ideal sehr nahe. Und: es liesse sich
sinnvoll verwenden. Und: "Von allen Einwänden (gegen E.) bleibt heute nur
noch ... gültig ... der Hinweis auf den Egoismus der Regierungen, die
sich noch nie dadurch ausgezeichnet haben, dass sie nach dem strebten,
was gut für die menschliche Gesellschaft in ihrer Gesamtheit war.
Eine Weltgemeinschaft, die nicht in der Lage ist, sich auf die dringendsten
Massnahmen zur Rettung des Planeten vor der ökologischen Katastrophe
zu einigen, scheint kaum geeignet, auf schmerzlose Weise die Wunde zu
heilen, die Babel offenglassen hat."
Das ökonomische Argument
Ein chinesischer Professor hat es in einem Vortrag etwa so formuliert:
Ihr Europäer habt es mit dem Englischen relativ leicht. Eure Sprachen
stehen dem Englischen nahe. Deshalb braucht ihr nur ca. 1000 Stunden, um
es gut zu beherrschen. Wir brauchen ein Mehrfaches. Und, ihr seid reich.
Wenn ihr für jedes Kind sagen wir 5000 Euro Aufwand für das Erlernen des
Englischen treibt, so ist das finanzierbar. Für uns ist es, an unserem
Einkommen gemessen, noch einmal ein Mehrfaches teurer.
Aber: viele andere, ärmere Länder als China, können ihren Kindern noch
viel weniger eine Chance auf dem Weltmarkt bieten, es reicht oft nicht
einmal dazu, lesen zu lernen.
Lohnt es sich, Esperanto zu lernen?
Einen Kaffee oder ein Bier zu bestellen, gelingt überall, einfache Probleme
kann man mit geringen Sprachkenntnissen überwinden. Aber wer behauptet, mit
weniger als 500 Stunden intensiven Sprachenlernens z.B. die Feinheiten
komplexer Verträge verhandeln zu können, der redet nonsense.
Esperanto wird auf längere Zeit zu wenig gesprochen. Da kann ich einen echten
Vorteil nicht versprechen. Aber wieso lohnt es sich dann?
- der propädeutische Effekt: wenn man eine Sprache gelernt hat, hat man
Grundprinzipien gelernt, die zum Teil in der nächsten zu lernenden Sprache
wiederkehren. Und viele Wortstämme kehren in ähnlicher Form wieder. Deshalb
hilft die erste Fremdsprache beim Erlernen der zweiten. Bei der dritten
erneut: die beiden ersten helfen bei der dritten. Der "Vorteil" liegt
je nach dem zwischen 10 Prozent und 30 Prozent. Konkret: Wer zuerst Latein
gelernt hat, tut sich danach mit dem Englischen deutlich leichter. Bei umge-
kehrter Reihenfolge ist der Effekt geringer.
Esperanto hat wegen seines logischen Aufbaus einen sehr viel grösseren
"Vorteil": er liegt bei ca. 100 Prozent! Das heisst: wenn Kinder in der
Schule zunächst ein Jahr Esperanto lernen würden, so würden sie danach
in der nächsten Fremdsprache durch schnelleres, besseres Verstehen das
ganze Jahr quasi zurückbekommen: eine extrem ökonomische Sache, nicht wahr?
- der Spass. Warum spielen wir Schach, treiben Jogging, Amateurfunk,
lernen CW, lösen Rätsel? Nicht, weil wir auf einen Nutzen zielen.
Esperanto ist ein geistiges Vergnügen, für mich viel interessanter als
Schach und Rätsel zusammen. Reinhard Selten, deutscher Nobelpreis-
träger für Wirtschaft, hat bestätigt: es trainiert das Gehirn.
Schliesslich: Esperanto und Amateurfunk passen sehr gut zusammen.
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Zurück zur HAM RADIO: besucht unseren Stand in Halle 6, Nr. 6153
Dort gibt es infos über Bücher, z.B. Lehrbuch speziell für Hams,
Schnupperkurse, usw. Und den Sonder-DOK ILERA von DF0ESP
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Bis dann! Ghis! Hans
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