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DJ9JW > BLIND 29.03.98 23:58l 47 Lines 2440 Bytes #-10411 (0) @ EU
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Quelle: Homepage des DLF - Forschung aktuell 27.03.98
Stiftung "Retina Implant" soll implantierbare Sehprothesen fördern
Bonn: Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist erforderlich
Heute wurde in Bonn die Stiftung "Retina Implant"
eingerichtet. Ihr Ziel ist es, die Entwicklung von implantierbaren
Sehprothesen zu fördern. Anläßlich der Gründung
lud der Förderverein zu einem Symposium, auf dem Wissenschaftler
verschiedener Disziplinen ihre Forschungsansätze für
Netzhautimplantate vorstellten.
Das allmähliche Absterben lichtempfindlicher Zellen in der
Netzhaut zählt zu den häufigsten Ursachen für das
Erblinden. Künstliche Netzhautimplantate könnten hier
helfen, doch bis dahin ist noch viel interdisziplinäre
Forschungsarbeit nötig. Einer der in Bonn vorgestellten
Ansätze stammt aus der Neuroinformatik. Eine kleine Kamera auf
einer Brille soll die Umgebung aufnehmen, ein Mikrocomputer in der
Brille sendet die Bildsignale ins Innere des Auges. Hinter der
Netzhaut wird eine Mikrokontaktfolie sitzen, die die Signale an
Nervenzellen weiterleitet, von wo aus sie ins Gehirn gelangen. Das
gesamte System beruht auf Lernen, das heißt, sowohl die Technik
wie auch das Gehirn des Patienten sollen sich durch Training an ein
möglichst gutes Ergebnis herantasten. Mit einem anderen Ansatz
versuchen Wissenschaftler aus Tübingen, die vorhandenen
Strukturen des Auges zu nutzen. Denn die typischen
Netzhautdegenerationen wie Retina Pigmentosa und Makuladegeneration
lassen noch sehr viele Nervenzellen intakt, meint Professor Eberhard
Zrenner von der Universität Tübingen: "Wir pflanzen
nicht einen Chip ein, der die Informationen eines Computers
außerhalb des Körpers ausliest, sondern einen Chip, der
lichtempfindlich ist." Auf dem drei Millimeter großen
Plättchen, das die Tübinger Forscher einsetzen wollen,
sitzen 7000 winzige Mikro-Photodioden, die Licht in elektrische
Energie wandeln und so Aufgaben der Netzhaut übernehmen sollen.
In den nächsten zwei bis drei Jahren sollen - nach Versuchen mit
Affen - erste Erprobungen der noch jungen Projekte stattfinden. Erst
in rund zehn Jahren aber, so erwarten die Experten, könne man von
Retina-Implantaten wirkliche Hilfe erwarten.
[Quellen: Michael Lange, Eberhard Zrenner]
vy 73 de DJ9JW, Johannes, Bonn-BadGodesberg
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